Neue Kommission im Erzbistum Köln überwacht beschuldigte Kleriker
Zu Schutz von Betroffenen und Vermeidung weiterer Taten

Neue Kommission im Erzbistum Köln überwacht beschuldigte Kleriker

Das Erzbistum Köln zieht eine weitere Konsequenz aus seinem Missbrauchsgutachten: Künftig werden beschuldigte oder straffällig gewordene Kleriker durch eine eigene erzbischöfliche Kommission kontrolliert.

Köln - 01.07.2021

Zur Kontrolle beschuldigter oder straffällig gewordener Kleriker hat das Erzbistum Köln eine Kommission eingerichtet. Vorrangige Ziele seien "der Schutz von Betroffenen sowie die Vermeidung weiterer Taten", erklärte Personalchef Mike Kolb am Mittwoch. Der Pfarrer ist den Angaben zufolge neuer Vorsitzender der Kommission.

In die erzbischöfliche Kommission werde der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Leiterin der Stabsstelle Intervention und weitere Personen mit verschiedenen fachlichen Qualifikationen im psychologischen, personalfachlichen und kirchenrechtlichen Bereich berufen, hieß es. Sie würden für drei Jahre beauftragt und berieten den Erzbischof mit Blick auf seine Aufsichts- und Fürsorgepflicht für alle Kleriker, die wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen oder hilfebedürftiger Erwachsener mit Auflagen belegt sind.

Regelmäßige Überprüfung der betreffenden Kleriker

Zudem werden laut Erzbistum zwei Beauftragte ernannt, die die Einhaltung der vom Kardinal verfügten Auflagen und die Lebenssituation der betreffenden Kleriker regelmäßig überprüfen. Bei den Beauftragten handele es sich um eine Psychologin und einen erfahrenen Priester. Die Berichte der Beauftragten nehme die Kommission entgegen, die dann daraus Empfehlungen an den Erzbischof ableite.

Die Einrichtung der Kommission sei eine Konsequenz aus dem im März vorgestellten Missbrauchsgutachten der Kanzlei Gercke Wollschläger, so das Erzbistum. Die Rechtsexperten schlugen unter anderem eine neu zu schaffende Stelle vor, die überwachen soll, ob sich beschuldigte Priester an ihre Auflagen halten. Zuletzt hatte das Erzbistum angekündigt, ab dem 1. Juli die Personalakten aller Mitarbeitenden "digital, nachverfolgbar und manipulationssicher" führen zu wollen. Auch dieser Schritt ist eine Konsequenz aus dem Missbrauchsgutachten. Derweil steht nach einer Apostolischen Visitation weiterhin eine päpstliche Entscheidung aus, wie es in der Erzdiözese angesichts der monatelangen Debatte um die dortige Missbrauchsaufarbeitung weitergehen soll. (tmg/KNA)