Wie kleine Worte das große Leben ins sich tragen können
Besondere Weisheiten immer dabei

Wie kleine Worte das große Leben ins sich tragen können

Spiritea - Zitate großer oder auch kleiner Denker sind beliebt, weil sie eine besondere Erkenntnis in sich tragen. Solche Worte bei sich zu tragen, kann eine Kraft entfalten, schreibt Schwester Jakoba Zöll – und wirft dabei auch einen Blick in die Bibel.

Von Schwester Jakoba Zöll |  Bonn - 16.08.2021

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Zitate sind beliebt bei Jung und Alt. Ob in Poesiebüchern, auf Glückwunschkarten, Taschen, Rucksäcken, Collegeblöcken, Postkarten oder T-Shirts – überall finden wir sie. Mal stammen sie aus Büchern, Filmen und Serien, oder sind Aussprüche berühmter und weniger berühmter Mitmenschen. Zum Teil haben sie keine Verfasser, sondern sind einfach geballte Lebensweisheit. Was fasziniert uns so an Worten, dass wir sie uns aufschreiben, markieren und uns damit auf ganz unterschiedliche Art und Weise umgeben wollen?

Meist gelingt diesen kurzen Zitaten, was uns selbst schwerfällt. Ihre AutorInnen schaffen es, das ins Wort, und zwar in kurze und schöne Worte, zu bringen, was uns beschäftigt, uns berührt und bewegt. Da steht plötzlich ausgesprochen und ausgeschrieben die Essenz dessen, was unser Leben wertvoll, schön und lebenswert macht. Oder diese Worte drücken aus, woran wir im Leben leiden, was uns verletzt, uns fast zerbrechen lässt. Oder ein Zitat bringt schwarz und weiß aufs Papier, was uns als Person ausmacht, hilft uns dabei, ein Stück unserer Identität greifbar werden zu lassen. Dass wir uns mit diesen besonderen Worten, mit diesen Erinnerungen an die Essenz unseres Lebens, unserer Identität, umgeben wollen, das leuchtet ein.

Ins Herz geschrieben

In der Bibel begegnet uns das auch. Zum einen, so steht es im Buch Jeremia, sagt Gott uns zu: "Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir Volk sein" (Jer 31,33). Er selbst schreibt uns aufs Herz, was er für die Essenz unseres Lebens hält, nämlich seine Gebote und Weisungen. Was ist damit gemeint? Keine lange Liste an Ge- und Verboten, danach mag es zunächst klingen. Sondern, wie bei den Zitaten, die Kurzform all dessen, was Gott seinen Menschen ins Leben mitgibt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und wie ich dich liebe. Und dann vielleicht noch die Zusage, die direkt dahinter formuliert ist: Ich bin dein Gott und du gehörst zu mir, egal was kommen mag.

Zum Anderen sagt Gott zu Mose und zum ganzen Volk Israel im Buch Deuteronomium: "Diese meine Worte sollt ihr auf euer Herz und auf eure Seele schreiben. Ihr sollt sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf eurer Stirn werden." (Dtn 11,18) Das kennen wir auch, tun wir das doch auch mit unsren Lieblingszitaten. Natürlich schreiben wir uns die nicht wortwörtlich ins Herz und auf die Stirn, aber wir tragen sie im Herzen. Und häufig platzieren wir sie ja so, dass sie uns in unserem Alltag möglichst oft begegnen. Ganz so, wie Gott es seinen Menschen im Buch Deuteronomium empfiehlt. Von der Heiligen Klara von Assisi wird die Legende erzählt, dass sie beim Ausbessern des Saumes vom Ordenskleid des Heiligen Franziskus dort Bibelstellen eingenäht habe, die ihm viel bedeuteten. Auch hier trägt Franz das ganz nah bei sich, was ihm Lebenselixier ist.

Was würdest du dir ins Herz einschreiben? Was bringt die Essenz deines Lebens zum Ausdruck, ist dir so wichtig und wertvoll, dass du es nahe bei dir haben willst und ständig daran erinnert werden möchtest?

Von Schwester Jakoba Zöll

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