Papst Franziskus und Georg Bätzing
Franziskus setze damit weiter "konsequent um, was er unter Synodalität versteht"

Bätzing: Vatikan-Vorbereitungsdokument Meilenstein für Synodalen Weg

Das vatikanische Vorbereitungsdokument zur Weltbischofssynode sei ein "Meilenstein auf dem Synodalen Weg, weltweit und für die Kirche in Deutschland", sagt Bischof Georg Bätzing. Gerade auch die Selbstkritik im Text nennt er "bemerkenswert".

Bonn - 07.09.2021

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, sieht in dem Vorbereitungsdokument zur Weltbischofssynode einen "Meilenstein auf dem Synodalen Weg, weltweit und für die Kirche in Deutschland". Papst Franziskus setze damit weiter "konsequent um, was er unter Synodalität versteht", erklärte Bätzing am Dienstag in Bonn. Er sei dankbar, dass das Dokument "nun auch offiziell im Blick auf den weltweiten kirchlichen Prozess ausdrücklich vom 'Synodalen Weg' spricht" und die bereits begonnenen Prozesse in mehreren Ländern wertschätze.

Selbstkritisches im Dokument sei "bemerkenswert"

Bätzing nannte es "bemerkenswert, im Text Selbstkritisches im Blick auf Veränderungen und hierarchisch motivierte Verdrängungen der Synodalität innerhalb der Kirchengeschichte zu finden". Ausdrücklich werde darin für einen "Neustart" aus den Impulsen der Kirchenerfahrung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) als "pilgerndes Gottesvolk" plädiert. Das Dokument lege überzeugend dar, dass Stil, Formen und Strukturen von "Synodalität" sowohl der Bibel als auch "kirchlich geübter Tradition" entsprächen.

Der DBK-Vorsitzende verwies auch auf das Ende des Textes, worin es heißt, dass es in der Konsultationsphase nicht darum gehe, Dokumente zu produzieren, sondern Träume aufkeimen zu lassen. Ähnliches habe ihm Papst Franziskus 2020 auch im Gespräch über den Synodalen Weg in Deutschland gesagt. Ihn selbst, so Bätzing, ermutige das Dokument, "diesen Weg mitzugehen und gleichzeitig die Erfahrungen des Synodalen Weges bei uns in die weltkirchlichen Beratungen einzubringen". Beide Wege, der weltkirchliche wie der in Deutschland, ergänzten einander.

Der Limburger Bischof kündigte an, man werde das Dokument und die nächsten Arbeitsschritte bei der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz diskutieren. Der weltweite Prozess in den Bistümern soll am 17. Oktober beginnen.

Auch Kardinal Reinhard Marx begrüßte die vatikanischen Dokumente.

Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx begrüßte die vom Vatikan veröffentlichten Dokumente. Die Texte atmeten den "Geist des offenen Weges in die Zukunft", erklärte der Erzbischof von München und Freising am Dienstag. Der Grundtext und das "Vademecum" seien wirklich gute Grundlagen für eine katholische Spiritualität der Synodalität.

Weiter unterstrich der Kardinal: "Ich sehe viele Gemeinsamkeiten mit dem Synodalen Weg bei uns und denke, dass sich die Prozesse gut ergänzen können." Klar sei für ihn: Der Weg der Weltkirche gehe hin auf eine "Synodale Kirche". Dieser Schritt werde nicht mehr zurückgenommen, auch wenn die Bischofssynode 2023 zu Ende sei.

"Synodalität ist sicher auch ein intensiver, nicht einfacher Lernweg für alle - hier bei uns und weltweit", gab Marx zu bedenken. Die katholische Kirche sei in Bewegung, und die Bischöfe seien besonders gefordert, sich immer mehr als Bischöfe in einer "Synodalen Kirche" zu verstehen. "In Deutschland haben wir schon lange Traditionen der Mitverantwortung aller, aber die Entwicklung muss weitergehen. Darauf hoffe ich", so der Kardinal. Die Bischofskonferenz wird seinen Worten zufolge in ihrer Herbstvollversammlung über die Dokumente beraten.

ZdK fühlt sich durch Weltsynode ermutigt

Als ermutigendes Zeichen wertet das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) das Vorbereitungsdokument zur Weltsynode. "Dass aus dem Vatikan heraus formuliert wird, Synodalität stelle für die Kirche einen Königsweg dar, gibt mir Hoffnung, dass wirklich auf den Glaubenssinn des Volkes Gottes gehört wird", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Dienstag in Bonn.

Mit Blick auf den bereits laufenden Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland fügte er hinzu: "Wir haben hier bereits viel Arbeit geleistet. Und wir setzen das praktisch um, was im Vorbereitungsdokument für die Weltsynode eingefordert wird." Papst Franziskus wolle eine synodale Kirche und stärke das Prinzip der Synodalität. "Das ist auch eine Botschaft an all jene, die uns deutschen Katholikinnen und Katholiken auf dem Synodalen Weg Spaltungsabsichten unterstellen." (tmg/KNA)

7.9., 14:15 Uhr: Ergänzt um Marx.