Mel Gibson teilt gegen Bischöfe aus: "Haufen von Mietlingen"
Schauspieler stellt auch das Zweite Vatikanum infrage

Mel Gibson teilt gegen Bischöfe aus: "Haufen von Mietlingen"

Ein Rundumschlag gegen Bischöfe, den Papst und die Kirche generell: In einem Video übt US-Schauspieler Mel Gibson scharfe Kritik daran, dass glaubenstreue Priester zunehmend verfolgt würden. Und er hat auch einen Verdacht, wie es dazu kommen konnte.

Los Angeles - 14.09.2021

Hollywood-Schauspieler und -Regisseur Mel Gibson hat in einem Video Bischöfe heftig dafür kritisiert, dass sie seiner Ansicht nach glaubenstreue Priester zunehmend fallenlassen würden. Die Bischöfe seien "eine Bande von Männern, die im Allgemeinen passiv zusehen und jeden Unsinn dulden. Aber wenn einer ihrer Priester etwas sagt, das rechtgläubig zu sein scheint, dann treten sie in Aktion, weisen ihn zurecht, schüchtern ihn ein und tun, was sie können, um ihn aus dem Dienst zu entfernen", sagte Gibson in einer selbstgemachten Aufnahme, die seit dem Wochenende auf diversen US-amerikanischen Onlineplattformen kursiert. "Die Mehrheit dieser Bischöfe" bezeichnete er als einen "Haufen von Mietlingen".

Die Kirche sei von einer schweren Krankheit befallen, die nicht "über Nacht gekommen sei", so Gibson weiter, der dabei, wie er betonte, dem früheren US-Nuntius Carlo Maria Viganò zustimme. Dieser habe darauf hingewiesen, dass "die Saat der Erosion der Kirche aus den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils erwächst". Viganò gilt als einer der schärfsten Kritiker von Papst Franziskus und machte vergangenes Jahr mit Verschwörungsmythen zur Corona-Pandemie sowie zu einer angeblichen "Neuen Weltordnung" von sich reden.

Gibson stellte zudem das Zweite Vatikanische Konzil und dessen Notwendigkeit infrage. "Es war nichts falsch. Es musste nichts repariert werden." Schon nach dem Konzil seien "gute" Priester, "die das beibehalten wollten, wozu sie geweiht worden sind", und sich der "neuen Liturgie" und den Reformen nicht anschließen wollten, von ihren Bischöfen "verfolgt" worden. Das passiere nun erneut.

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

Für ihn stelle sich die Frage, wer solche Bischöfe "anheuert", so der Schauspieler. "Ich glaube nicht, dass es Jesus ist. Ist es Franziskus?" Gleichzeitig übte er indirekt Kritik am Papst: "Und wer stellt Franziskus ein? Die Pachamama?" Die indigene Gottheit erlangte während der Amazonas-Synode 2019 Bekanntheit, weil sie als Personifizierung der Mutter Erde in den Kulturen mehrerer lateinamerikanischer Völker bei Gebeten in den Vatikanischen Gärten und im Petersdom aufgestellt wurde, bei denen auch Papst Franziskus anwesend war. Ultrakonservative Katholiken sahen darin einen Verstoß gegen den christlichen Monotheismus.

Auch er selbst habe schlechte Erfahrungen mit Bischöfen gemacht, als er einst bei der US-Bischofskonferenz um Unterstützung für seinen Film "Die Passion Christi" gebeten habe, erinnert sich Gibson. "Diese Leute konnten gar nicht schnell genug von mir weglaufen." Bis auf wenige Ausnahmen hätten ihm alle den Rücken gekehrt. "Das sagte viel darüber aus, was sie waren: Ein ziemlich langweiliger Haufen."

Unterstützung für "gecancelte" Priester

Der Schauspieler und Regisseur bekundet in dem Video ausdrücklich seine Unterstützung für eine Gruppierung namens "Coalition for Canceled Priests". Diese hatte sich Berichten zufolge am Samstag zu einer Demonstration in Chicago getroffen. Zu den Organisatoren zählten demnach der in den USA bekannte Priester James Altman. Dieser übt in via Internet verbreiteten Predigten heftige Kritik an US-Katholiken, die für die Demokraten stimmen. Dafür wurde er von seinem Diözesanbischof zum Rücktritt aufgefordert.

Mel Gibson (65) gilt als Vertreter des ultrakonservativen Katholizismus. Auf seinem Gut in Kalifornien ließ er vor einigen Jahren eine Kapelle errichten, in der die Heilige Messe nur in der tridentinischen Form zelebriert wird. In der Vergangenheit war er unter anderem wegen homophober Äußerungen mehrfach in Hollywood in Ungnade gefallen. Sein 2004 erschienener Film "Die Passion Christi" zählt mit einem Einspielergebnis von mehr als 600 Millionen US-Dollar zu den erfolgreichsten religiösen Filmen aller Zeiten. Dennoch stand er von Beginn an in der Kritik. Neben Antisemitismusvorwürfen sorgte vor allem die exzessive Gewaltdarstellung für etliche Kontroversen. Bereits vor einigen Jahren wurde eine Fortsetzung des Films angekündigt. Wann diese fertiggestellt und veröffentlicht wird, ist bislang noch nicht bekannt. (mal)