Afd-Fraktions-Chefin Alice Weidel
Flüchtlingsrettung auf Mittelmeer sei "Zweckentfremdung von Steuergeldern"

AfD-Politikerin Weidel kritisiert Kirchen: Aus Politik heraushalten

Vom Auftreten der Kirchen in Deutschland hält die AfD-Politikerin Alice Weidel nicht viel: Sie sollten sich nicht "unqualifiziert über politische Themen" äußern. Und auch das kirchliche Engagement für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer lehnt sie ab.

Baden-Baden - 16.09.2021

AfD-Politikerin Alice Weidel wirft den Kirchen vor, sich "unqualifiziert" in politische Debatten einzumischen. "Die Kirchen in Deutschland sind politisch völlig durchzogen. Sie haben sich zu politischen Institutionen entwickelt, was den Kirchen nicht guttut", sagte sie dem "Badischen Tagblatt" (Freitag). Kirchenvertreter sollten sich nicht "unqualifiziert über politische Themen" äußern und sich aus dem "politischen Geschäft" heraushalten, so Weidel.

Die AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl wandte sich auch gegen kirchliches Engagement für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. "Die Kirchen fühlen sich berufen, durch Schiffe im Mittelmeer illegale Migration nach Europa auch noch zu befördern. Ich halte das für eine Zweckentfremdung von Steuergeldern", so Weidel. Sie sagte, Kirchen sollten "spirituelle Orte für Christen" sein. Sie "täten gut daran, sich auf das zu konzentrieren, von dem sie etwas verstehen".

AfD schon früher auf Konfrontationskurs mit Kirchen

Weidel hatte die politische Haltung der Kirchen bereits früher scharf angegriffen. Für Konfrontation sorgte sie mit einem Interview vor Weihnachten 2018, worin die Politikerin behauptete, die Trennung von Staat und Kirche werde nicht mehr eingehalten. "Damit spielen weite Teile der Kirchen bis auf wenige Ausnahmen genau die gleiche unrühmliche Rolle, die sie auch im Dritten Reich gespielt haben", so Weidel. Ähnlich reagierte der Vorsitzende der "Christen in der AfD", Joachim Kuhs, auf die Nicht-Einladung der AfD zum diesjährigen Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt. Dies zeige, dass die Kirchentage "zu rot-grünen Politiker- und Funktionärstreffen verkommen" seien, so Kuhns.

Die Kirchen hatten indes erst jüngst ihre Abgrenzung zur AfD erneuert: So verteidigte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, Anfang der Woche eine Erklärung jüdischer Verbände in Deutschland gegen eine Wahl der AfD: Die Partei sei "keine Alternative – für niemanden". Dass der AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla die Erklärung als Minderheitsmeinung abtue, zeige "seine ganze Verachtung für Demokratie, für jüdisches Leben in Deutschland", sagte Sternberg weiter, der selbst CDU-Mitglied ist. (mfi/KNA)