Schwartz: Trotz Marginalisierung glaubwürdig, freudig, hoffnungsvoll
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Schwartz: Trotz Marginalisierung glaubwürdig, freudig, hoffnungsvoll

In Osteuropa schauen die Menschen nach Deutschland, zum Synodalen Weg – mit gemischten Gefühlen. Dabei stehen die Kirchen hier wie dort vor ähnlichen Herausforderungen, berichtet der Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz im Interview.

Von Katharina Geiger |  Köln - 06.10.2021

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Seit Oktober ist der Priester und Professor Thomas Schwarz Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis. Im Interview spricht er über Gemeinsamkeiten zwischen der Kirche in Osteuropa und in Deutschland sowie der Bewältigung der Corona-Pandemie als beiderseitiger Aufgabe.

Frage: Was ist die Botschaft, die von der Solidaritätsaktion Renovabis ausgeht?

Schwartz: Zunächst mal ist es ja eine Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken, also nicht nur der Bischofskonferenz, sondern die Initiative ist vor 28 Jahren vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken und damit auch von den Laien ausgegangen, was dann von den Bischöfen aufgenommen worden ist. Das ist also eine Aktion, eine Bewegung letztlich, die als Botschaft hat: Wir als Katholiken haben miteinander Solidarität zu leben, und zwar nicht nur mit den Fernsten, sondern auch mit den Nächsten. Und die Nächsten sind eigentlich unsere Nachbarn im Osten und im mittelosteuropäischen Kontext, die häufig vergessen werden.

Frage: Wir sind insgesamt zurückgekehrt zur Normalität, will man schon fast sagen. Die Corona-Pandemie ist aber trotzdem nicht verschwunden. Was hat sich denn in dem Alltag des Hilfswerks dadurch verändert?

Schwartz: Da kann ich natürlich nur berichten, was man mir berichtet hat. Also gut evangeliumsgemäß, so wie es Paulus auch immer gesagt hat: Ich gebe weiter, was mir weitergegeben worden ist. In diesen anderthalb Jahren war die Arbeit des Hilfswerks intern natürlich – wie bei vielen anderen Unternehmen und Organisationen – gerade von höchster Sorgfalt für und mit den Mitarbeitenden geprägt. Dass wirklich Homeoffice möglich war, was früher gar nicht denkbar gewesen wäre, dass man geschaut hat, dass nur eine Person jeweils da ist. Aber das sind ja nun diese Sachen, die jedes Unternehmen auch so erlebt hat. Das hat natürlich oftmals zu einer Vereinzelung der Mitarbeitenden geführt, weil sie nicht mehr so dieses Miteinander, auch das Sprechen über Projekte, über Planungen hatten.

Insbesondere war das natürlich auch schwierig im Blick auf den Kontakt mit unseren Partnern vor Ort in den 29 Ländern, die zu den Partnern von Renovabis gehören, weil man keine Besuche machen konnte. Es waren ja teilweise wirklich nicht nur Kontaktbeeinträchtigungen im Blick auf unser eigenes Land, sondern es waren ja auch Reise-Verunmöglichungen gegeben durch solche Ausbrüche. Und zusätzlich hat sich natürlich die Tätigkeit des Hilfswerks verändert. Wir haben versucht, den einzelnen Partnern in vielen Ländern sehr viele ganz konkrete Corona-Hilfen zu geben, weil manches andere ja gar nicht möglich war. Es hat sich also doch sehr viel verändert im Blick auf ganz konkrete Hilfsmaßnahmen statt wirklich nachhaltiger strategischer Entwicklung.

Das geht jetzt langsam auch wieder in eine gewisse Normalität. Aber noch immer haben wir Covid-19-Hilfen, gerade in den Ländern, in denen die Impfquote noch ganz gering ist. Man denke an manche Balkanländer, wo wir bei zehn bis 15 Prozent Impfquote sind. Da sind wir in Deutschland ja schon im Land der Seligen mit einer Impfquote von knapp 76 Prozent der Erwachsenen.

Frage: Gerade die Impfstoff-Verteilung ist nach wie vor ein wichtiges Thema und man kann nicht gerade von Gerechtigkeit sprechen, oder?

Schwartz: Alles andere: Natürlich ist in einer solchen Pandemie – und das hat sich ja auch in unserem eigenen Land gezeigt – das Denken doch eher an der eigenen Nase, an dem eigenen Oberarm ausgerichtet. Also das Florians-Prinzip ("Verschon uns ...") hat da auch durchaus gewirkt. Wir haben deshalb gerade mit unseren Caritas-Partnern vor Ort sehr stark versucht, zu helfen, und sind natürlich auch mit der Konferenz aller kirchlichen Hilfswerke in Deutschland – päpstlichen wie bischöflichen – dazu gekommen, dass wir nach Impfgerechtigkeit gerufen haben.

Das gilt nicht nur im Blick auf die "Eine Welt"-Themen im Süden, in vulnerablen Gegenden im Süden dieses Globus, sondern das gilt natürlich auch im Blick auf die osteuropäischen und mittelosteuropäischen Länder, denn die haben es auch nicht so leicht gehabt. Vor allen Dingen deshalb, weil auch dort die medizinische Versorgung im Sinne einer Menge von Ärzten, die auch impfen können, und einer Menge von Pflegekräften, die auch impfen können, schwieriger ist als bei uns in Deutschland, wo wir ja doch, das muss man ja auch sagen, sehr viele Pflegekräfte und medizinische Kräfte aus diesen Ländern bei uns haben und damit die Not dort vergrößert haben.

In der Pandemie dachten und denken viele in erster Linie an sich selbst.

Frage: Wovon Sie aus ganz direkter Quelle berichten können, ist, wie Sie mit der Pandemie persönlich umgehen. Hat sich bei Ihnen auch etwas geändert?

Schwartz: Im letzten Jahr schon gewaltig, weil meine Eltern bei mir in meinem Pfarrhaus gewohnt haben und jetzt auch weiter mit mir wohnen. Die habe ich zunächst mal auch nicht so groß rausgelassen. Ich weiß jetzt mittlerweile, was Butterschmalz kostet und wo ich es finde. Ich weiß mittlerweile, welche Sorten von Mehl es gibt, weil ich für meine Eltern die Einkäufe gemacht habe.

Und natürlich hat sich auch meine Seelsorgetätigkeit völlig verändert. Ich war ja jetzt bis August Pfarrer in einer ganz normalen Gemeinde. Wir konnten die Kranken, die älteren Menschen und auch die Familien so fast nicht mehr besuchen, sondern ich habe sehr viel telefoniert. "Wie geht es Ihnen da? Was machen Sie dort? Brauchen Sie Hilfe?" – gerade bei den Älteren. Und bei den Familien habe ich auch ganz klar viel mehr einfach die neuen Social-Media-Kanäle und auch die technischen Möglichkeiten, die solche Programme wie Zoom, Teams oder ähnliches dann alle zur Verfügung gestellt haben, zu nutzen gelernt. Und ich habe wenigstens Kommunion-Vorbereitungen teilweise online geführt; oder eben auch Brautgespräche, Brautvorbereitungsgespräche oder Taufgespräche – in der Hoffnung, dass wir dann auch irgendwann taufen können.

Frage: Jetzt sind Sie ganz frisch der Hauptgeschäftsführer von Renovabis – der Fünfte in der Reihe, um genau zu sein. Und gleich zu Beginn, noch vor dem offiziellen Amtsantritt zum 1. Oktober, sind Sie bereits in die Slowakei gereist. Papst Franziskus war anlässlich des 52. Eucharistischen Kongresses in Ungarn zu Besuch und ist dann weiter in die Slowakei gereist. Wie war es?

Schwartz: Was mich beeindruckt hat, war gerade nicht so sehr der Kontakt mit den Bischöfen. Ich meine, das ist das tägliche Brot und die Bischöfe haben sich gefreut, dass der Papst kam. Vielleicht nicht immer gefreut über das, was er ihnen gesagt hat – aber das ist ja auch nicht so wichtig. Sondern ich habe durchaus gemerkt, wie viele Menschen vor Ort sich wirklich gefreut haben, dass der Papst da war. Wie aber auch Dinge, die sich bei uns in Deutschland im Moment bewegen, sprich einfach nur mal als Beispiel der Synodale Weg, dort wahrgenommen werden. Teilweise mit Sorgen – gerade bei den Bischöfen – und Fragen, aber teilweise auch durchaus hoffnungsvoll, gerade bei den Laien.

Ich habe dort ganz bewusst einige Gespräche mit Vertretern von Laienorganisationen führen können, die, mehr als man denkt, sehr aufmerksam auf das schauen, was Deutschland und auch die Kirche in Deutschland gerade durchmachen. Sie merken, dass wir jetzt in eine Situation kommen, die sie über Jahrzehnte schon teilweise hatten, nämlich marginalisiert zu werden, die öffentliche Relevanz zu verlieren. Und das tun wir ja in Deutschland auch in den letzten Jahren zunehmend. Und trotzdem gilt es, glaubwürdig, freudig, hoffnungsvoll für Christus und die Kirche einzustehen, so schwer das – da brauchen wir uns nichts vorzumachen – manchmal auch in Deutschland der Fall ist.

Frage: Auch das Reisen und diesen Menschen zu begegnen, gehört zu Ihren Aufgaben. Auf welche freuen Sie sich darüber hinaus jetzt bei Renovabis?

Schwartz: Reisen ist natürlich etwas, was ich schon immer gern gemacht habe. Jetzt darf ich es, um es mal eher witzig zu sagen, sogar beruflich machen. Das ist von daher eigentlich ganz schön. Aber ich freue mich vor allen Dingen darauf, tatsächlich jeden Tag neu zu lernen, dass die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, unsere Partner und Partnerinnen – die Organisationen, Diözesen, Pfarreien und so weiter – dass das nicht der Hinterhof Europas ist, sondern dass es zu der perspektivischen Änderung kommt, dass wir auf Augenhöhe voneinander lernen können.

Dass wir voneinander lernen können auch im Blick darauf, wie beispielsweise mit unseren griechisch-katholisch oder auch -orthodoxen Partnern Synodalität eigentlich gelingen kann. Nämlich nicht so sehr im Sinne eines Parlamentarismus, sondern im Sinne eines auf dem Gebet fußenden Suchens: Was will Gott in dieser konkreten Situation einer Gesellschaft von uns als Christen? Was will er? Wo will er uns da Sauerteig sein lassen?

Frage: Werden Sie dabei dann das Pfarrer-Sein und das Professor-Sein vermissen?

Schwartz: Also das eine und das andere bleibt mir erhalten. Ich werde weiterhin Vorlesungen für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Universität Augsburg halten. Zwar nicht mehr im so großen Umfang, wie ich das gemacht habe, und natürlich ist ein Priester an der Führung eines kirchlichen Hilfswerks nicht nur Manager, sondern soll auch seelsorgerlich nicht nur den Mitarbeitenden zur Verfügung stehen, sondern hat auch eine Gemeinde. Ich bin im Augenblick noch ein bisschen auf der Suche meines, ich nenne es mal so einfach "Altars", das heißt einer festen Seelsorgestelle, wo ich einfach an den Sonntagen, wenn ich denn im Lande bin, auch Messe feiern kann, Gemeinde betreuen kann in dem kleinen Umfang, der mir da zeitlich möglich ist.

Aber wenn man das vergäße, dann vergisst man eigentlich auch das Fundament von Renovabis selber. Denn Renovabis ist ja nicht irgendwie ein politisches Hilfswerk oder eine Entwicklungsgesellschaft, sondern es ist eine Aktion von Katholiken und besteht in seinem Geist aus einem Zitat aus dem 104. Psalm: "Du sendest aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird erneuert." [Psalm 104,30: "Du sendest deinen Geist aus: Sie werden erschaffen und du erneuerst das Angesicht der Erde."]. Also, wir sind eigentlich nur dann gut auf dem Weg, wenn wir uns auch immer geistlich unterfüttern lassen und füttern lassen. Dazu gehört natürlich auch für einen Priester immer die Feier der Sakramente, die Verkündigung und ähnliches.

Im Blick auf die Situation in Mittel- und Osteuropa ist es einfach so, dass gerade die Ärmsten und gerade die Kleinsten – ähnlich wie bei uns – am meisten darunter leiden.

Zitat: Thomas Schwartz

Frage: Jetzt hat uns die Corona-Pandemie ja weltweit getroffen – Sie haben vorhin schon darüber gesprochen: Die ärmsten Menschen der Welt umso stärker. Welche schweren Folgen bekommen Sie denn genau mit, die seit dem Frühjahr 2020 mit dem Coronavirus eingezogen sind und sich jetzt im zweiten Jahr auswirken?

Schwartz: Jenseits von dem, was ich als Pfarrer mitbekommen habe: Im Blick auf die Situation in Mittel- und Osteuropa ist es einfach so, dass gerade die Ärmsten und gerade die Kleinsten – ähnlich wie bei uns – am meisten darunter leiden. Kinder wurden teilweise nicht mehr beschult, haben damit Entwicklungspotenziale nicht ausschöpfen können, die sie aber unbedingt brauchen, um in einer Gesellschaft, in der es ohnehin schwierig ist, wirklich ein Leben zu führen, in dem man glücklich werden kann. Was sie dann am meisten brauchen, ist nämlich Bildung. Auch darauf wird unser Hilfswerk in den nächsten Jahren weiterhin ein Augenmerk legen müssen, diese Lücken, die durch die Pandemie überall hinein gehauen worden sind, auch aus christlicher Verantwortung her füllen zu können.

Frage: Wie füllen Sie denn genau diese Lücken und wie blicken Sie dabei dann in die Zukunft des Osteuropa-Hilfswerks der Bischofskonferenz?

Schwartz: Renovabis hat keine eigenen Projekte. Das ist ganz wichtig. Wir unterstützen Projekte von unseren Partnerorganisationen in den 29 Ländern und wir haben in vielen Gesprächen wahrgenommen, dass uns gerade die ganzen Diözesen, die Schulen haben und die Bildungsarbeit leisten, genau dort bitten, für den Ausbau dieser schulischen und Bildungsinfrastruktur neue Mittel zur Verfügung zu stellen. Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Aufgabe, dass wir da sozusagen klar haben, dass Zukunft ermöglichen für die jungen Menschen dort auch etwas ist, wo sie merken: Da ist Kirche etwas, was für uns da ist und was uns hilft, unser Leben aufzubauen. Und da sind wir eben auch in vertrauensvollen Gesprächen mit allen Partnern.

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Frage: Sie sind mit Professor Harald Lesch befreundet, so viel darf ich verraten. Er ist Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist und mit ihm zusammen haben Sie gerade das Buch veröffentlicht: "Unberechenbar – Das Leben ist mehr als eine Gleichung." Ganz schön philosophisch! Was ist das Leben denn mehr als das?

Schwartz: Das Leben ist unberechenbar, in der Tat. Gerade Philosophen und Naturwissenschaftler neigen gerne dazu, etwas berechenbar zu machen. Ein Naturwissenschaftler, der nicht rechnet und nicht berechenbar etwas gestalten kann, der kann im Grunde ja keine Beschreibung von Natur und Welt von sich geben. Wir sind letztes Jahr zusammen gewesen und wollten ein Buch über ein ganz anderes Thema schreiben. Das werden wir vielleicht irgendwann jetzt noch mal tun, deswegen sage ich auch noch nicht, worüber wir schreiben wollten … Das war Anfang/Mitte März und wir sind voll mit dieser Corona-Situation konfrontiert worden.

Plötzlich klingelten die Telefone vom ZDF beim Harald Lesch und bei mir von der Uni und von der Pfarrei, weil der Lockdown drohte. Und wir haben dann geschrieben: In welcher Welt wollen wir eigentlich leben, in was für einer Gesellschaft wollen wir uns eigentlich bewegen, wenn so etwas kommt wie so eine Pandemie? Und da haben wir manche Themen einfach miteinander ausbuchstabiert, zum Beispiel das sogenannte Dorf-Prinzip. Da kann man gerne nachlesen, was das ist. Oder dass wir sozusagen auch wieder mal eine Speisekammer-Grundhaltung brauchen, also etwas vorzuhalten, was in unserer ökonomisch geprägten, auf Synergien und Effizienz geprägten Situation so über Jahrzehnte nicht mehr gesehen wurde.

Man denke an die medizinischen Masken, man denke an die medizinischen Geräte, die plötzlich durch das zerstört Werden der Lieferkette nicht mehr zur Verfügung standen, bei uns auch und in vielen anderen Ländern der Welt noch schlimmer. Und dass wir solche Sachen einfach besprochen haben, das war etwas, was uns da wichtig war. Das Ganze auch noch hoffentlich einigermaßen lesbar …

Frage: Das heißt, für wen ist das Buch etwas?

Schwartz: Für diejenigen, die einfach mal ein bisschen über den Tellerrand hinausblicken wollen, denken wollen und trotzdem sich nicht auch geistig überfordern wollen. Deswegen gibt es darin keine Formeln und es gibt auch keine großen Statistiken, sondern da sprechen zwei mehr oder minder gescheite Leute miteinander über das, wie sie denken, wie man in einer Gesellschaft gut miteinander leben kann.

Frage: An welcher Stelle kommt denn der christliche Glaube oder die Theologie zur Sprache?

Schwartz: Überhaupt nicht. Aber das ist ganz bewusst geschehen. Bei Wilhelm Tell wird auch nicht über Schiller irgendetwas gesprochen. Und trotzdem weiß jeder, dass Schiller da drin ist und zu uns spricht. Oder bei Don Carlos; oder bei Faust steht auch nichts von Goethe. Und trotzdem weiß jeder, dass es von ihm ist.

Von daher glaube ich, wenn man unsere Biografien, die Biografien der Autoren kennt und weiß, wie der Harald Lesch über mich sagt, dass der Schwartz richtig schlau sein soll – ich zitiere übrigens nur – und ich immer über ihn sage: Der Mann ist auch richtig fromm, dass da immer aus christlichem Geist heraus gesprochen, geschrieben und gedacht wird, ohne dass man das immer aufs Butterbrot schmieren müsste.

Frage: Wir haben jetzt so viele Themen angesprochen, die doch auch schwer wiegen. Was bringt Ihnen, Herr Schwartz, persönlich Hoffnung?

Schwartz: Mein Glaube. Also, ich glaube fest daran, dass Jesus Christus ein Modell für ein gelingendes Leben ist, und zwar in all seinen Augenblicken, in all seinen Gestaltungen. In den schönen Augenblicken, denn er hat gerne auch gefeiert. In den schweren Augenblicken, das wissen wir alle, da brauchen wir nur aufs Kreuz zu schauen. Aber auch in den Augenblicken, in denen manchmal so ein Leerlauf ist, wo ich einfach weiß, dass sein Geist uns bewegt.

Und ich weiß auch, dass er, darüber habe ich auch mal ein Buch geschrieben, auch mal schlechte Laune hatte. Denken Sie mal, wie es bei ihm aussah, als er auf den Tempelberg ging. Ich darf also ganz Mensch sein und bin genau dann, wenn mir das ganz bewusst ist, mit allen Fehlern und Schwächen ganz nah bei Christus.

Von Katharina Geiger