Oster: Glaubenskrise ist im Grunde Krise des geistlichen Lebens
Bild: © KNA/Maria Irl
Bischof erhofft sich Auftrieb der Evangelisierung durch "Adoratio"-Kongress

Oster: Glaubenskrise ist im Grunde Krise des geistlichen Lebens

Viele Gläubige haben kein substanzielles Gebetsleben mehr, sagt der Passauer Bischof Stefan Oster. Vom "Adoratio"-Kongress erhofft er sich Abhilfe – und geistliche Initiativen der Besucher in ihren Pfarrgemeinden.

Altötting - 27.10.2021

Nach Ansicht des Passauer Bischofs Stefan Oster muss sich die Kirche zuerst aus dem geistlichen Leben heraus erneuern. "Wir haben eine Krise des Glaubens, aber die Krise des Glaubens ist im Grunde eine Krise des geistlichen Lebens", sagte Oster der "Tagespost" am Dienstag. In Bezug auf einen evangelischen Theologen, der bereits in den 1980er Jahren von einem "Gebetskollaps" in der evangelischen Kirche gesprochen hatte, sagte Oster, dass auch die katholische Kirche nicht weit davon entfernt sei, "auch wenn wir eine größere Bindung zur Eucharistie haben."

Viele Gläubige hätten kein substanzielles Gebetsleben. Vom zweiten "Adoratio"-Kongress in Altötting erhoffe er sich einen Auftrieb für die Evangelisierung, erklärte der Bischof. "Die Sehnsucht nach dem Gebet, nach Schönheit und Tiefe, nach Intimität mit Christus zu wecken ist das eine", so Oster. "Ich hoffe, dass Menschen kommen, die sich davon berühren lassen und wir ihnen helfen können, dass sie in ihren Pfarreien eine geistliche Initiative ergreifen: etwa indem sie einen Anbetungskreis gründen und das geistliche Leben vertiefen."

Der "Adoratio"-Kongress findet vom 19. bis 21. November im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting statt. 1.300 Personen sind dafür laut Bericht zugelassen. Zu den Teilnehmern gehören unter anderem der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Augsburger Bischof Bertram Meier. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Förderung der eucharistischen Anbetung, einer typisch katholischen Frömmigkeitsform. Dabei versammeln sich Gläubige zum Gebet vor einer gewandelten Hostie, die meist in einem kostbaren Gefäß, einer sogenannten Monstranz, auf dem Altar zur Anbetung ausgestellt wird. Am ersten "Adoratio"-Kongress nahmen im Herbst 2019 laut Veranstaltern mehr als 2.000 Besucher teil. Eine im vergangenen Jahr geplante Wiederholung musste aufgrund der Corona-Pandemie auf den kommenden Monat verschoben werden. (cbr)