Weihbischof Zekorn: Bessere Streitkultur beim Synodalen Weg
Streit sei möglich, "ohne dass gleich die Kirche zusammenbricht"

Weihbischof Zekorn: Bessere Streitkultur beim Synodalen Weg

Wo es keinen Streit gibt, gibt es auch keine Lebendigkeit, meint der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn. Beim Synodalen Weg vermisst er eine christliche Streitkultur – und wünscht sich mehr "empathisches Zuhören" und Einmütigkeit.

Cloppenburg - 19.11.2021

Aus Sicht des Münsteraner Weihbischofs Stefan Zekorn dürften unterschiedliche Meinungen in der Kirche nicht "glattgebügelt" werden. Unter Geschwistern im Glauben sei Streit möglich, "ohne dass gleich die Kirche zusammenbricht", sagte Zekorn laut dem Internetportal "Kirche + Leben" (Donnerstag) bei einer Podiumsdiskussion in der Katholischen Akademie Stapelfeld. Wo es nicht auch Streit gebe, gebe es keine Lebendigkeit. Dieser Streit müsse jedoch immer von Kampf oder Feindschaft unterschieden werden. "Beim Streit darf es nicht bleiben, es muss zu einer Entwicklung kommen", so der Weihbischof.

Beim Synodalen Weg wünsche er sich "empathisches Zuhören", also mehr Einfühlungsvermögen in den Standpunkt anderer Diskussionsteilnehmer. "Das ist aber dann nicht der Fall, wenn bei Äußerungen ein Raunen durch den Saal geht oder Missfallensschilder hochgehalten werden."

Zekorn mahnte zu mehr Einmütigkeit im christlichen Sinne bei den Diskussionen. "Nach meiner Wahrnehmung werden aber überwiegend Positionen ausgetauscht." Eine Suche nach gegenseitigem Verständnis finde wenig statt. Bei den Diskussionen sollte seiner Meinung nach "mehr Bibel" gewagt werden. Diese würde in den Entwurfstexten meist nicht diskutiert, sondern "allenfalls allgemein abgehandelt". Dasselbe gelte auch für lehramtliche Äußerungen. Die tiefgreifenden Änderungen, die in den Texten beim Synodalen Weg vorgeschlagen werden, müsse man auch "im Hinblick auf Bibel und Lehramt" entsprechend begründen. Der Weihbischof ist Mitglied der Synodalversammlung. (cbr)