Stäblein fordert mehr Gerechtigkeit bei Corona-Impfstoffvergabe

Erzbischof Koch: Flüchtlingen schneller Familiennachzug erlauben

Aktualisiert am 24.12.2021  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ Zügigere Verfahren und bessere Kommunikation zwischen Ämtern und Behörden – das brauche es, um einen schnelleren Familiennachzug für Geflüchtete zu ermöglichen, sagt Erzbischof Heiner Koch. Mit Blick auf die neue Regierung bestehe hierfür Hoffnung.

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Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch hat einen schnelleren Familiennachzug von Angehörigen geflüchteter Menschen gefordert. Notwendig seien zügigere staatliche Verfahren und eine bessere Kommunikation zwischen Behörden, Ämtern und Botschaften, betonte Koch in einem Gastbeitrag für die "Berliner Zeitung" (Weihnachtsausgabe). "Es muss ausreichen, wenn einmal die Korrektheit der Unterlagen geprüft wird."

Der Erzbischof begründete seine Forderungen mit Erkenntnissen des weltweiten Jesuiten-Flüchtlingsdienstes. Dessen Mitarbeitende bieten Härtefallberatungen und Verfahrensberatungen bei Aufenthaltsproblemen an. Sie kritisieren, dass auch anerkannte Flüchtlinge teilweise Jahre lang auf die Erlaubnis für den Nachzug selbst enger Familienangehöriger warten müssten.

Koch: Es "besteht Hoffnung"

"Ob es an politischem Willen, einer Überbürokratisierung des Verfahrens oder an einer Überforderung der Behörden – sicherlich auch Corona-bedingt - liegt, mag ich nicht einschätzen", räumte Koch ein. Zugleich begrüßte er die in den Koalitionsverträgen der neuen Bundesregierung und des neuen Berliner Senats angekündigten Erleichterungen bei der Familienzusammenführung. "Auch wenn hier nichts über eine Verbesserung des Verwaltungsablaufs gesagt ist, besteht Hoffnung", so Koch. Er leitet in der Deutschen Bischofskonferenz die Kommission für Ehe und Familie.

Der evangelische Landesbischof Christian Stäblein rief in einer Predigt zu gemeinsamen Anstrengungen auf, "dass wir miteinander auch die nächste Runde in der Pandemie bestehen". Dazu gehöre die Sorge, dass es weltweit "gerecht zugeht mit dem Impfstoff", mahnte Stäblein mit Blick auf die armen Länder. Er räumte ein, dass die anhaltende Corona-Krise mit ihren Kontaktbeschränkungen "ganz schön mürbe machen" könne. Angesichts dessen ermutige die Weihnachtsbotschaft von der Geburt Jesu, in der Gott sich der Welt zuwende, nicht nur um die eigenen Ängste und Sorgen zu kreisen. (cbr/KNA)