Entschuldigung für homofeindliche Aussagen im Namen der Kirche

Homosexuell "schlimmer als besessen": Erzbischof maßregelt Priester

Aktualisiert am 07.01.2022  –  Lesedauer: 

Valletta/Malta ‐ In Malta hatte ein Priester mit homofeindlichen Aussagen für Empörung gesorgt. Der dortige Erzbischof Charles Scicluna wies ihn nun zurecht und entschuldigte sich öffentlich. Wer hetzerisch redet, müsse lernen, "mehr zu lieben, wie Jesus es tat".

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Maltas Erzbischof Charles Scicluna hat sich öffentlich für die homofeindlichen Aussagen eines Priesters seiner Diözese entschuldigt. Wer vorgebe, Gott zu lieben, aber seine Brüder hasse, sei ein Lügner, sagte Scicluna am Donnerstag bei einer im Fernsehen übertragenen Predigt, wie englischsprachige Medien berichten. Hintergrund ist ein Facebook-Kommentar des in Mosta tätigen Priesters David Muscat vom Wochenende, worin dieser geschrieben hatte, Homo- und Bisexualität seien schlimmer als "besessen" zu sein. Er bezog sich dabei auf Mutmaßungen über die sexuelle Orientierung eines Tatverdächtigen im Mordfall an einer jungen Frau, der sich Anfang des Jahres zugetragen hatte.

Scicluna betonte in seiner Predigt, die betreffenden Äußerungen seien "keine Worte der Liebe" gewesen, "sondern Steine, die von einem Herzen geworfen wurden, das lernen muss, mehr zu lieben, wie Jesus es tat". Im Namen der Kirche wolle er sich bei allen entschuldigen, die durch die "hetzerischen Kommentare" verletzt worden seien: "Gott liebt euch so, wie ihr seid." Muscats Kommentar hatte für landesweite Empörung gesorgt und wurde von ihm auf Druck der Erzdiözese Malta zwischenzeitlich gelöscht. In einem Statement teilte die Erzdiözese mit, man habe eine förmliche Verwarnung gegen Muscat ausgesprochen. Ob die Verwarnung konkrete Konsequenzen beinhaltet, wurde nicht bekannt. Es ist nicht die erste Kontroverse um den Priester, der laut Medienberichten in Kontakt mit Rechtsextremen stehen und bereits 2019 wegen migrantenfeindlicher Rhetorik von Erzbischof Scicluna zur Rede gestellt worden sein soll. (mfi)