Vereinigung hatte Zunahme von Vorfällen registriert

Von Bischöfen "schikaniert": Irische Priester wollen Beschwerdesystem

Aktualisiert am 18.01.2022  –  Lesedauer: 

Dublin ‐ Immer mehr Priester beklagten sich über schlechte Behandlung durch Bischöfe: Deshalb fordert eine Priestervereinigung die irischen Diözesen nun auf, dieses Problem anzugehen – und macht einen Vorschlag, wie man es umsetzen könnte.

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Die Priestervereinigung "Association of Catholic Priests" will für eine bessere Behandlung von Geistlichen durch Bischöfe in der katholischen Kirche in Irland sorgen. Die Vereinigung fordere eine Einrichtung, die sich mit Beschwerden von Priestern befasse, und wolle dabei mit den Diözesen zusammenarbeiten, sagte Sprecher Tim Hazelwood am Montag dem britischen Magazin "The Tablet". Die Vereinigung vertritt eigenen Angaben zufolge etwa ein Drittel der katholischen Priester Irlands.

Hintergrund ist eine im November veröffentlichte Stellungnahme der "Association of Catholic Priests". Darin hieß es, dass einige Priester von manchen Bischöfen schikaniert würden und die Beschwerden der Geistlichen über die Bischöfe zugenommen hätten. Die Vereinigung zeigte sich besonders besorgt über Fälle, in denen Priestern mitgeteilt werde, dass sie kurzfristig die Verantwortung für eine andere Pfarrei übernehmen müssten, ohne dass sich der Bischof die Mühe mache, den Gemeindemitgliedern die Situation zu erklären. Der Priester bleibe "sich selbst überlassen, um die zusätzliche Arbeitsbelastung zu bewältigen". Zudem wurde darauf hingewiesen, dass viele Priester weit über das normale Rentenalter von 75 Jahren hinaus als Gemeindepfarrer arbeiteten.

Ebenfalls besorgt zeigte sich die Vereinigung im Blick auf Priester, die eine Auszeit nähmen und anschließend nicht wieder in den Dienst zurückkehren dürften. Einige seien genötigt worden, das Priesteramt gegen ihren Willen aufzugeben, während andere gezwungen worden seien, ein "unangemessenes" öffentliches Bekenntnis abzulegen, von dem die Wiederaufnahme des Dienstes abhängig gemacht worden sei. Ein weiteres Problem sei, dass homosexuellen Priestern in einigen Diözesen die Arbeit in den Pfarreien verweigert werde, während sie in anderen Diözesen als "gleichberechtigte und geschätzte Mitglieder des Priesterstandes" behandelt würden.

Ausschuss in den Diözesen

Sprecher Hazelwood erklärte nun, dass es beispielsweise einen speziellen Ausschuss in jeder Diözese geben könnte. Dieser Ausschuss könnte sich aus einem Vertreter der Diözese, etwa einem Kirchenrechtler, einem Personalexperten oder Mediator und einem Laien zusammensetzen. Der Priester würde gemeinsam mit der Gruppe versuchen, das Problem zu lösen, und müsse dem Bischof nicht allein gegenübertreten.

Gleichzeitig betonte Hazelwood, dass die "Association of Catholic Priests" eine zentrale nationale Datenbank begrüßen würde, die die Anzahl der in den irischen Diözesen arbeitenden Priester und deren Altersprofil transparent machen würde. "Wir würden die Veröffentlichung dieser Zahlen sehr begrüßen, und auch die Gemeindemitglieder verdienen es, sie zu erfahren", so Hazelwood. Er warnte, dass der Priestermangel und die Überalterung des Klerus die Kirche in Irland in den nächsten Jahren "wie ein Stein" treffen werde.

Die katholische Kirche In Irland hat aktuell mit einem massiven Rückgang der Priesterzahlen zu kämpfen. Vergangene Woche veröffentlichte der "Irish Examiner" unter Berufung auf öffentlich zugängliche statistische Angaben der Kirche einen Bericht, wonach in nur drei Jahren rund 20 Prozent der irischen Priester gestorben seien. Von den Ende 2018 rund 1.800 aktiven Priestern sowie 720 Geistlichen im Ruhestand starb demnach bis zum Jahreswechsel 2021/22 etwa jeder fünfte. (mal)