Prager Kardinal Duka: "Weltweite Medienkampagne"

Tschechische Bischöfe stellen sich hinter Benedikt XVI.

Aktualisiert am 12.02.2022  –  Lesedauer: 

Prag ‐ Es handele sich um "schändliche Angriffe": Die Bischöfe Tschechiens sichern dem emeritierten Papst Benedikt XVI. ihre Unterstützung zu. Sowohl die Rechte der Opfer als auch der Schutz der zu Unrecht Beschuldigten sollten respektiert werden.

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Die tschechischen Bischöfe haben dem emeritierten Papst Benedikt XVI. ihre Unterstützung zugesichert und ihn gegen "schändliche Angriffe" verteidigt. Laut der nationalen Bischofskonferenz schrieb ihr Vorsitzender Erzbischof Jan Graubner an Benedikt XVI., dessen Brief zum Münchner Missbrauchsgutachten habe die Bischöfe sehr beeindruckt.

"Ihre Haltung hat uns daran erinnert, dass die Erneuerung der Kirche nicht nur Eifer und Wahrhaftigkeit erfordert, sondern auch tiefe Demut (...). Danke für Ihr Beispiel", heißt es in dem Schreiben, das den Angaben zufolge am Freitag an den früheren Papst gefaxt wurde.

Rechte der Opfer und Schutz der zu Unrecht Beschuldigten respektieren

Graubner wünschte Benedikt XVI. viel Kraft, um diese schwere Zeit zu überstehen. Zudem würdigt er dessen "einzigartigen Beitrag auf dem Gebiet der Theologie". "Ihr langes Wirken als Bischof, zunächst in der Erzdiözese München und Freising und später in der Weltkirche, hat viele segensreiche Früchte getragen und wird sie auch weiterhin tragen", so der Erzbischof von Olmütz. Weiter drückt der Bischofskonferenzvorsitzende die Hoffnung aus, dass bei der Reinigung der Kirche sowohl die Rechte der Opfer als auch der Schutz der zu Unrecht Beschuldigten respektiert würden. Es brauche Umkehr und Verzicht auf alles, was dem moralischen Leben nicht nur in der Kirche schade.

Benedikt XVI. hatte sich in einem am Dienstag veröffentlichten Brief erneut zum Münchner Missbrauchsgutachten geäußert. Darin entschuldigt er sich bei den Betroffenen und drückt "tiefe Scham" und "großen Schmerz" aus. Zugleich wehrt sich der frühere Papst gegen den Vorwurf, als Erzbischof von München (1977-1982) Missbrauchsfälle aktiv vertuscht zu haben. Das Gutachten bescheinigt Joseph Ratzinger Führungsversagen im Umgang mit Missbrauchstätern sowie fehlende Sorge für die Geschädigten in seiner Zeit als Münchner Erzbischof.

Auch der Prager Kardinal Dominik Duka hatte jüngst Anschuldigungen gegen Benedikt XVI. kritisiert. Er sprach von einer "weltweiten Medienkampagne". (KNA)