"Es wird dann auch in Rom ein Konzil oder eine Synode geben"

Erzbischof Schick schließt Weihe von Frauen nicht aus

Aktualisiert am 17.02.2022  –  Lesedauer: 

München/Bamberg ‐ "Wir werden keine Kirche bleiben, in der Frauen nicht gleichberechtigt sind", prognostiziert Erzbischof Ludwig Schick. Er habe den Eindruck, dass es derzeit auf allen Ebenen vorangehe – und schließt auch ein Konzil nicht aus.

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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick schließt eine Weihe von Frauen in der katholischen Kirche nicht aus. "Ich setze mich dafür ein, dass die Frauen in der Kirche eine große, gleichberechtigte Rolle haben", sagte Schick am Mittwochabend in der Sendung "Jetzt red i" im BR Fernsehen. "Wir werden keine Kirche bleiben, in der Frauen nicht gleichberechtigt sind." Er habe den Eindruck, dass es derzeit auf allen Ebenen vorangehe. "Ich denke, es wird dann auch in Rom ein Konzil oder eine Synode geben." Aktuell habe man die theologische Voraussetzung, dass nur Männer zum Priester geweiht werden können. Ob das aber so bleibe, wisse er nicht, so Schick.

Die Frauen-Frage ist dem Erzbischof zufolge auch keine rein deutsche oder europäische Frage. Sie stelle sich auch in Afrika und Asien, sagte Schick mit Verweis auf seine Tätigkeit als Weltkirche-Bischof in den vergangenen 15 Jahren. Gleichzeitig räumte er ein, dass bei dieser Frage etliche Punkte, etwa in der Theologie oder im Verhältnis zur Orthodoxie noch geklärt werden müssten. Zugleich warb der Erzbischof für eine offene Diskussion. In diese wolle er sich einbringen.

Bezüglich des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche äußerte sich Schick betroffen. "Man muss nach hinten schauen und aufräumen." Die Wahrheit müsse auf den Tisch kommen. "Das ist Mord, ein Kind, einen Jugendlichen zu missbrauchen", sagte der Erzbischof. Er könne "wirklich verstehen", dass Menschen erschüttert seien und aus der Kirche austreten. "Ich werbe aber immer dafür, doch zu bleiben und mitzureden, damit es besser wird", so Schick. (tmg/KNA)