Daniel Fernandez Torres mit 57 Jahren von Aufgaben entbunden

Papst Franziskus entlässt impfkritischen Bischof

Aktualisiert am 09.03.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Er hatte Gläubige verteidigt, die aus Gewissensgründen der Corona-Impfpflicht nicht nachkommen, und wollte Ungeimpfte nicht von kirchlichen Aktivitäten ausschließen: Jetzt ist Bischof Daniel Fernandez Torres von Arecibo in Puerto Rico seinen Job los.

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Papst Franziskus hat den Bischof von Arecibo in Puerto Rico, Daniel Fernandez Torres (57), von seinen Aufgaben entbunden. Das teilte der Vatikan am Mittwoch ohne weitere Angabe von Gründen mit. Zum Übergangsleiter der Diözese ernannte Franziskus bis auf Weiteres den emeritierten Bischof von Mayagüez, Alvaro Corrada del Rio (79).

Hintergrund für die Vatikanentscheidung dürfte Torres' impfkritische Haltung sein. Laut Medienberichten hatte der gebürtige US-Amerikaner Gläubige verteidigt, die aus Gewissensgründen der Impfpflicht in der Corona-Pandemie nicht nachkommen wollten. Ebenso verweigerte er die Unterschrift auf einem Papier der Puertoricanischen Bischofskonferenz, wonach Ungeimpfte nicht an kirchlichen Aktivitäten teilnehmen sollten.

Zudem hatte der Bischof 2020 seine Priesteramtsanwärter nicht in ein neues interdiözesanes Seminar versetzen wollen. Der Aufforderung zu einem Gespräch im Vatikan kam der 57-Jährige nicht nach; laut Medien hielt er eine Reise Pandemie-bedingt für nicht ratsam. Im Dezember 2020 sorgte er für Aufsehen, als er in einem Offenen Brief den neuen Gouverneur von Puerto Rico, Pedro Pierluisi, aufforderte, den Prozess des Gender-Mainstreaming zu stoppen. Torres war seit 2010 Bischof von Arecibo. (tmg/KNA)