Jeden Tag neue Bilder des Kriegs in der Ukraine

In einer Bilderflut aus Leid die Hoffnung behalten

Aktualisiert am 04.04.2022  –  Lesedauer: 
Spiritea

Bonn ‐ Ein Blick auf die Nachrichtenlage kann momentan mehr als sonst die Stimmung trüben: Überall Krieg, Leid und Katastrophen. Wie kann man damit umgehen, ohne völlig zu verzweifeln? Eine Antwort liegt in der Bibel und hat mit Jesus zu tun.

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Manchmal weiß man gar nicht, was am schlimmsten ist: Die Bilder verletzter Menschen und zerstörter Städte in der Ukraine, Demonstrationen voller Hass in Deutschland, dem Untergang geweihte Inseln, Städte und Kulturen durch den Klimawandel. Wenn man etwas längere Zeit vor dem Fernsehen oder den Feeds der Nachrichtenapps verbringt, kann einen diese Flut an Bildern schnell überwältigen – und psychisch angreifen.

Es gibt dann nur noch die zahlreichen Krisen, Kriege und Probleme auf der Welt, Leid und Ungerechtigkeit. Das hält nicht jeder aus. Manche Menschen brechen etwa wegen der Bilder aus der Ukraine in Tränen aus, empfinden das Leid ganz nach.

Zunächst einmal: Gefühle zu haben, ist nichts Schlechtes! Mit anderen Menschen zu fühlen, zeigt Herz und Haltung, es ist ein Teil der Nächstenliebe, die Jesus immer gepredigt hat. Wir können und dürfen diese Gefühle wertschätzen und müssen, ja dürfen sie nicht unterdrücken. Denn Gefühle in sich hineinzufressen, bringt niemandem etwas.

Weitung des Blicks

Allerdings ist, besonders beim Blick auf die momentane Nachrichtenlage, die Weitung des Blicks wichtig. Kriege und Krisen gibt es überall und jeden Tag. Durch Hunger, Naturkatastrophen, Unrecht, Gewalt und Vernachlässigung sterben jeden Tag Menschen – und zwar nicht nur weit weg, sondern hier, bei uns um die Ecke. Wir schauen nur sehr oft weg.

Wir können nicht jeden dieser Konflikte an uns heranlassen, das zerreißt uns. Gleichzeitig ist den Menschen vor Ort damit auch nicht geholfen, wenn wir uns von innen zerfressen. Wir brauchen also einen Weg, mit dieser Flut der Bilder von Leid umzugehen.

Graffiti einer Friedenstaube mit Schutzweste
Bild: ©picture-alliance/ dpa | epa Hollander

In Katastrophenzeiten ist es oft schwer, Hoffnung zu haben.

Die Bibel gibt uns dazu einen Wegweiser in die Hand. Der Weg ist Jesus Christus. "Durch ihn haben wir auch im Glauben den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes", schreibt der Apostel Paulus (Röm 5,2). Und geht dann auch auf das ein, was uns bedrängt. "Wir rühmen uns ebenso der Bedrängnisse; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist." (Röm 5,3f.)

Kein Weg ohne Ausweg

Es geht hier also um die Hoffnung, die wir finden müssen: Es gab schon viele Krisen – und es gibt Wege, sie zu lösen. Das zeigt die Geschichte. Es gibt keinen Weg ohne Ausweg. Die Hoffnung kann uns helfen, uns im Strom der Krisen nicht zu verlieren.

In der Praxis heißt das zweierlei: Einerseits können und dürfen wir an die Menschen denken, denen es nicht so gut geht wie uns. Doch das nicht aus Verzweiflung heraus, sondern aus Hoffnung. Wir können eine Kerze für Menschen in Not anzünden und dafür beten, dass sich ihre Situation bessert, sie Hilfe erhalten. Wir können aber andererseits auch zu genau ebendieser Hilfe beitragen. Das kann die tatkräftige Hilfe vor Ort sein, aber auch Spenden oder der schlichte Gang auf Demonstrationen für den Frieden.

Manchmal übermannt uns das Gefühl, in unserer Zeit könne man leicht die Hoffnung verlieren. Doch wir wissen: Menschen aller Zeiten hatten dieses Gefühl – und die Hoffnung gibt es immer noch. Sie ist ein kleines, flackerndes Licht. Das müssen wir immer neu entzünden.

Von Christoph Paul Hartmann