Plattform will kirchliche Eheschließungen fördern

Dating auf katholisch: Anmeldung nur mit Empfehlung eines Geistlichen

Aktualisiert am 22.03.2022  –  Lesedauer: 

Lyon ‐ Einloggen, Wunschpartner suchen und losflirten. So soll es bei einer französischen Dating-Initiative gerade nicht gehen. Die Plattform will dezidiert katholische Ehen vermitteln. Das bringt einige Unterschiede mit sich – angefangen bei der Anmeldung.

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Die Partnersuche im Internet ist längst Teil des gesellschaftlichen Alltags – in Frankreich soll das nun auch unter dezidiert katholischen Vorzeichen möglich sein: Ein Priester aus Lyon hat dazu eine Dating-Plattform für Katholikinnen und Katholiken gestartet, die eine Eheschließung und Familiengründung nach den klassischen Vorstellungen der Kirche suchen. Zu viele Gläubige seien unfreiwillig alleinstehend und fänden niemanden, der bereit sei, eine ernsthafte Beziehung einzugehen, die zu einer kirchlichen Heirat führe, heißt es auf der von Laurent Spriet gegründeten Website "Navis Fidelis" (deutsch: treues/gläubiges Schiff). Dem wolle die Plattform gezielt Abhilfe schaffen.

Mit den Gepflogenheiten des weltlichen Online-Datings will "Navis Fidelis" nichts zu tun haben. Das zeigen bereits die Zugangsbedingungen: Anmelden können sich Mann und Frau nicht selbst, sondern nur auf Empfehlung eines Geistlichen, der bezeugen muss, dass die betreffende Person regelmäßig den Sonntagsgottesdienst besucht und ernsthafte Heiratsabsichten hegt. Nach der Charta der Plattform müssen die Mitglieder außerdem bestätigen, eine katholische Familie gründen und eine "Verlobung in Keuschheit und Enthaltsamkeit" leben zu wollen; das Mindestalter beträgt 26 Jahre.

Wer unkompliziert im Online-Chat mit seiner Traumpartnerin oder seinem Traumpartner anbandeln will, ist bei der katholischen Dating-Plattform falsch. Man wolle diese "künstliche Dynamik" durchbrechen, heißt es auf der französischen Website. Stattdessen hätten die Mitglieder die Möglichkeit, Veranstaltungen zu erstellen und Menschen "im wirklichen Leben" etwa bei einem Restaurantbesuch oder einer Sportveranstaltung kennenzulernen. Wer sich bei den Treffen "menschlich oder christlich verwerflich" verhält, wird aus "Navis Fidelis" ausgeschlossen – von "heute auf morgen" und ohne Erstattung des vorab zu zahlenden Jahresbeitrags. (mfi)