Benennung sei "sehr schöne und verdiente Anerkennung"

Bistum würdigt neuen Uta-Ranke-Heinemann-Platz in Essen

Veröffentlicht am 28.03.2022 um 14:05 Uhr – Lesedauer: 

Essen ‐ Ein Jahr nach ihrem Tod wurde in Essen jetzt ein Stadtplatz nach der Theologin Uta Ranke-Heinmann benannt. Das Bistum Essen würdigte die Benennung als "verdiente Anerkennung dieser weit über ihre Heimatstadt hinaus bekannten Theologin".

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Das Bistum Essen hat die Würdigung der Theologin Uta Ranke-Heinemann (1927-2021) im Essener Stadtbild begrüßt. "Dass jetzt in Essen ein Platz nach Uta Ranke-Heinemann benannt wurde, ist sicher eine sehr schöne und verdiente Anerkennung dieser weit über ihre Heimatstadt hinaus bekannten Theologin", teilte die Diözese am Montag auf Anfrage von katholisch.de mit. Auf ihre "unverwechselbare Weise" habe Ranke-Heinemann die Kirche viele Jahre lang kritisch, streitbar und später auch distanziert begleitet. Zugleich habe sie aber auch immer wieder sehr sensibel gesellschaftspolitische Entwicklungen und Ereignisse wahrgenommen und kommentiert. "Das bleibt von ihr in Erinnerung – und wird mit der Benennung des Platzes im Essener Moltkeviertel, in dem sie fast ihr ganzes Leben verbrachte, gewürdigt", so das Bistum.

Der bislang namenlose Platz zwischen Henrici-, Franzius- und Messelstraße im Süden von Essen war am vergangenen Freitag, dem ersten Todestag Ranke-Heinemanns, nach der Theologin benannt worden. An der Zeremonie zur offiziellen Enthüllung des Straßenschildes nahmen unter anderem Ranke-Heinemanns Bruder Peter Heinemann und ihr Sohn Andreas Ranke teil. Er betonte bei der Veranstaltung die Verbundenheit seiner Mutter zum Moltkeviertel und ihren guten Kontakte zu den Nachbarn. "Ich bin sehr froh über diese Anerkennung, die meiner Mutter hier erwiesen wird, wo sie ihren Lebensmittelpunkt hatte", so Ranke wörtlich. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) würdigte Ranke-Heinemanns starke Positionierung für Frieden, Feminismus und die Emanzipation der Frau. Sie sei ein "Vorbild für Männer und Frauen gleichermaßen", sagte Kufen.

Uta Ranke-Heinemann wurde 1927 in Essen als älteste Tochter des späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie in Oxford, Bonn, Basel und Montpellier evangelische Theologie. 1953 konvertierte sie zum Katholizismus und studierte fortan in München katholische Theologie. Zu ihren Mitstudenten gehörte Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. (2005-2013). Nach ihrer Promotion 1954 war Ranke-Heinemann Dozentin am Erzbischöflichen Katechetinnenseminar in Bonn und ab 1965 an der Pädagogischen Hochschule in Neuss. 1969 habilitierte sie sich als weltweit erste Frau in katholischer Theologie und wurde ein Jahr später zur Professorin berufen. 1987 entzog der damalige Ruhrbischof Franz Hengsbach Ranke-Heinemann die Lehrbefugnis, nachdem sie das Dogma von der Jungfrauengeburt Jesu angezweifelt hatte. (stz)