Bischof hatte bürgerlichen Namen von Karin Weißenfels genannt

Pseudonym-Offenlegung: Ackermann entschuldigt sich bei Betroffener

Aktualisiert am 11.04.2022  –  Lesedauer: 

Trier ‐ Er stand in der Kritik, weil er vor rund 40 Mitarbeitenden des Bistums Trier den bürgerlichen Namen von Karin Weißenfels genannt haben soll. Jetzt hat Bischof Stephan Ackermann die Missbrauchsbetroffene um Entschuldigung gebeten.

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Der Trierer katholische Bischof Stephan Ackermann hat sich bei der unter dem Pseudonym "Karin Weißenfels" bekannten Betroffenen sexueller Übergriffe für die Offenlegung ihres Pseudonyms entschuldigt. Das Bistum Trier teilte am Montag auf Anfrage mit, der Bischof habe sich an Frau Weißenfels gewandt und sie um Entschuldigung gebeten. Nähere Angaben machte das Bistum nicht.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der Bischof den bürgerlichen Namen der als "Karin Weißenfels" bekannten Frau vor rund 40 Mitarbeitenden des Bistums genannt haben soll. Einem Bericht des "Trierischen Volksfreunds" zufolge soll der Bischof daraufhin eine Unterlassungserklärung unterzeichnet haben; er müsse eine Strafe zahlen, sollte er den Klarnamen erneut nennen. Betroffeneninitiativen hatten den Bischof für die Aufhebung des Pseudonyms stark kritisiert.

Die Frau berichtete mehrfach als Karin Weißenfels von "geistlichem Missbrauch" und sexuellen Übergriffen durch einen Priester vor rund 30 Jahren. Sie gibt an, damals als Erwachsene von einem ihr vorgesetzten Priester schwanger geworden und von ihm und einem weiteren Priester zu einer Abtreibung gedrängt worden zu sein. Dem Bistum wirft sie zu nachsichtiges Verhalten gegenüber den Beschuldigten vor. (KNA)