Reklame-Aktion für vegetarische Burger hatte Kritik hervorgerufen

"Nehmet und esset alle davon": Burger King stoppt Werbekampagne

Aktualisiert am 19.04.2022  –  Lesedauer: 
Hamburger
Bild: © adobestock/weyo

Madrid ‐ Wie weit darf Werbung gehen, wenn sie auf religiöse Inhalte anspielt? Eine Werbekampagne von Burger King in Spanien scheint nun zu weit gegangen zu sein – denn die Verwendung biblischer Zitate führte zu Kritik.

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Die Fastfoodkette Burger King hat sich in Spanien für eine Werbekampagne in der Karwoche entschuldigt, bei der sie Anspielungen auf den christlichen Glauben verwendete. "Wir bitten alle um Entschuldigung, die sich durch unsere Kampagne verletzt gefühlt haben", twitterte das Unternehmen am Ostersonntag. Burger King hatte etwa mit dem auf die biblischen Einsetzungsworte anspielenden Satz "Nehmet und esset alle davon. Er enthält kein Fleisch." für vegetarische Burger geworben. Auch das biblische Zitat aus der Schöpfungserzählung von Adam und Eva "Fleisch von meinem Fleisch" (Gen 2,23) verwendete Burger King: Das durchgestrichene Wort "Fleisch" wurde auf den Werbeplakaten durch den Ausdruck "pflanzlich" ersetzt.  

Man werde die Werbekampagne sofort einstellen, da man niemanden habe verletzen wollen, so Burger King weiter. Es sei lediglich um die Bewerbung fleischloser Produkte gegangen. Traditionell gehört für Katholiken der Verzicht auf Fleisch wenigstens an den Freitagen der Fastenzeit zur religiösen Praxis. Aschermittwoch und Karfreitag sind nach den Vorgaben der Kirche strenge Fast- und Abstinenztage, an denen die Gläubigen kein Fleisch zu sich nehmen sollen. In den sozialen Netzwerken hatten sich zahlreiche Nutzer über die Werbekampagne von Burger King empört und sie als "blasphemisch" bezeichnet. Sie riefen zum Boykott des Unternehmens auf. Eine Internet-Petition, die einen Stopp der Werbung forderte, hatte gestern 22.000 Unterschriften. Andere Nutzer lobten hingegen den Einfallsreichtum der Werbekampagne. (rom) 

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