Osnabrücker Bischof Bode betont Würde jedes Menschen

Kirchen eröffnen "Woche für das Leben" über "Leben mit Demenz"

Aktualisiert am 30.04.2022  –  Lesedauer: 

Leipzig ‐ Die beiden großen Kirchen haben am Samstag in Leipzig die ökumenische "Woche für das Leben" eröffnet. Dabei steht in diesem Jahr bis zum 7. Mai die Sorge um demente Menschen und ihre Angehörigen im Mittelpunkt.

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Die Sorge um demente Menschen und ihre Angehörigen steht im Mittelpunkt der diesjährigen ökumenischen "Woche für das Leben". Die beiden großen Kirchen eröffneten sie am Samstag in Leipzig. Die bundesweite Aktion läuft bis zum 7. Mai unter dem Leitwort "Mittendrin. Leben mit Demenz". In vielen Veranstaltungen wollen die Kirchen auf die Situation von dementen Menschen und deren Angehörigen aufmerksam machen und einen menschenwürdigen Umgang mit der Krankheit fördern.

Beim Auftaktgottesdienst in der evangelischen Nikolaikirche sagte der Vize-Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode, die Würde eines Menschen hänge nicht von seiner Gesundheit, seinen geistigen Fähigkeiten oder seiner Fähigkeit zur Selbstbestimmung ab. "Gott ist der Garant der Würde des Menschen", betonte der Osnabrücker Bischof. Auch Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen müssten am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Deshalb unterstützten die Kirchen die "Nationale Demenzstrategie" der Bundesregierung, in der sich seit 2020 viele Akteure engagieren.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Annette Kurschus, betonte, ein Mensch könne seine Erinnerungen oder sogar seiner Persönlichkeit verlieren. Gott werde diesen Menschen "auch dann, dann erst recht" nicht verloren geben, so die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Sachsens Landesbischof Tobias Bilz verwies in seinem Grußwort auf "Würde und Wert aller Kreatur, die Gott ins Leben gerufen hat". Wer die Krankheit besser zu verstehen lerne, könne den betroffenen Menschen auch angemessen helfen, sagte Bilz, der Mitglied im Rat der EKD ist. (stz/epd/KNA)

Stichwort: "Woche für das Leben"

Die jährliche "Woche für das Leben" ist eine bundesweite Aktion der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland. Damit treten sie gemeinsam für den Schutz menschlichen Lebens in all seinen Phasen ein. In diesem Jahr geht es unter dem Motto "Mittendrin. Leben mit Demenz" um die Sorge für Menschen mit fortschreitenden geistigen Beeinträchtigungen und um deren Rechte. Die bundesweite Eröffnung fand am Samstag in Leipzig statt. Bundesweit finden in der kommenden Woche zahlreiche Veranstaltungen statt, vor allem in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen. Begründet wurde die "Woche für das Leben" 1991 von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). 1994 schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. (KNA)