Trierer Bischof für Differenzierung zwischen Theologie und Gesellschaft

Ackermann zu Kritik am Synodalen Weg: Unterschiedliche Fragen trennen

Aktualisiert am 06.05.2022  –  Lesedauer: 

Trier ‐ Die internationale Kritik am Synodalen Weg hat sich in den vergangenen Monaten in mehreren offenen Briefen ausländischer Oberhirten gezeigt. Nach Ansicht von Bischof Ackermann müsse man dabei jedoch zwischen unterschiedlichen Anfragen differenzieren.

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Mit Blick auf internationale Kritik am Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland hat sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann dafür ausgesprochen, zwischen theologischen und gesellschaftlichen Fragen zu unterscheiden. Natürlich gebe es Vorbehalte gegenüber dem Synodalen Weg unter bestimmten Gruppen, gerade wenn es darum gehe, die katholische Lehre im Bereich Sexualität und Partnerschaft weiter zu entwickeln. "Das hat aber glaube ich mehr mit gesellschaftlichen und kulturellen Vorstellungen zu tun, auch des Menschenbildes, des Verhältnisses von Mann und Frau, von gesellschaftlichen Normierungen, als es eine Frage der katholischen Lehre ist", sagte Ackermann am Freitag in Trier. Diese Diskussion sei noch zu führen.

Ackermann äußerte sich bei einer Diskussion im Rahmen der Heilig-Rock-Tage. Er verwies auf Kritik am Synodalen Weg von Bischöfen und anderen Kirchenmitgliedern etwa aus Osteuropa, den USA oder Südafrika sowie Warnungen, die deutschen Bischöfe würden den katholischen Weg verlassen. Darüber gelte es zu sprechen und zu schauen, "was ist hier Frage der Theologie, des Evangeliums, und was ist aber auch eine Frage gesellschaftlicher, kultureller Vorgegebenheiten", sagte der Bischof.

Grundfragen des Menschenbildes und der katholischen Lehre seien ein Thema der Weltkirche. Der Synodale Weg und die deutschen Bischöfe müssten zu diesen Themen daher so ins Gespräch treten, "dass man das annehmen kann, auch wenn man uns nicht direkt zustimmt", sagte Ackermann. Wichtig sei, dass man außerhalb Deutschlands die Fragen, mit denen sich der Synodale Weg beschäftigt, verstehen und ernst nehmen könne. Zudem handele es sich dabei um Fragen, die sich in anderen Teilen der Welt auch stellten. (KNA)