Gottes Stil seien "Nähe, Barmherzigkeit und Zärtlichkeit"

Papst: Nicht Kirche lehnt LGBT-Menschen ab, nur einzelne Glieder

Aktualisiert am 09.05.2022  –  Lesedauer: 

New York/Vatikanstadt ‐ Wie ist die Einstellung des Papstes zu homosexuellen Menschen und weiteren Personen der LGBT-Community? Dazu hat sich Franziskus jetzt geäußert: Ablehnung komme nicht "von der Kirche", sondern nur von "Menschen in der Kirche".

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Papst Franziskus hat sich in einem Kurzinterview zu seiner Einstellung zu homosexuellen Menschen und weiteren Personen der LGBT-Community geäußert. Demnach werden diese Menschen nicht "von der Kirche", sondern von "Menschen in der Kirche" abgelehnt, schrieb er dem US-amerikanischen Portal "Outreach" (Montag). Das Portal, das sich den Themen katholische Kirche und LGBTQ widmet, wird von dem US-Jesuiten James Martin geleitet.

Auf Martins schriftlich übermittelte Frage, was er "einem LGBT-Katholiken, der sich von der Kirche abgelehnt fühlt", sagen wolle, schrieb Franziskus: "Die Kirche ist eine Mutter und ruft alle ihre Kinder zusammen. Nehmen Sie zum Beispiel das Gleichnis von den zum Festmahl Geladenen: 'die Gerechten und die Sünder, die Reichen und die Armen, usw.' Eine 'selektive' Kirche, eine 'reinblütige', ist nicht die Heilige Mutter Kirche, sondern eine Sekte."

Das Wichtigste, das man von Gott wissen müsse, sei, dass dieser Vater sei und "keines seiner Kinder verleugnet". Gottes Stil, so der Papst, seien "Nähe, Barmherzigkeit und Zärtlichkeit". Auf diesem Weg werde Gott gefunden. Im Übrigen sollten homo- oder transsexuelle Menschen, die sich für das Christentum interessieren, das Buch der Apostelgeschichte lesen. "Dort werden sie das Bild der lebendigen Kirche finden", schrieb Franziskus. (KNA)