DBK-Jugendkommission besorgt über Situation von Jugendlichen nach Corona

Bischöfe rufen Pfarreien zur Wiederaufnahme der Jugendarbeit auf

Aktualisiert am 13.05.2022  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Distanzunterricht und Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie haben auch die Lebenswelt vieler junger Menschen auf den Kopf gestellt. Die Jugendkommission der Bischofskonferenz ist daher sehr besorgt über die Situation vieler Jugendlicher.

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Die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hat die Pfarreien zur Wiederaufnahme und Ausweitung der Jugendarbeit aufgerufen. Man wolle die Verantwortlichen aufgrund des Rückgangs der Pandemie ermutigen, Angebote der Jugendpastoral wieder zu ermöglichen sowie Gemeindehäuser und andere Einrichtungen für die Jugendpastoral zu öffnen, teilte die Jugendkommission am Freitag in Bonn mit. Die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen müssten dabei eingehalten werden, besonders in Jugendbildungsstätten.

Der Vorsitzende der Jugendkommission, Weihbischof Johannes Wübbe, betonte, dass bei der Wiederaufnahme der Jugendpastoral "ein besonderes Augenmerk auf Jugendliche aus prekären Lebenswelten" gelegt werden müsse. Diese seien stark von der aktuellen Krise infolge der Pandemie betroffen. "Bildungs- und Zukunftsperspektiven verschlechtern sich und einigen droht die Jugendarbeitslosigkeit", so der Osnabrücker Weihbischof. Außerdem sollten Angebote der Jugendpastoral für junge Geflüchtete geöffnet werden.

Die Jugendkommission verwies auf Studienergebnisse, nach denen viele junge Menschen mit Sorge auf die eigene Zukunft blickten. Professionelle Hilfsangebote würden vielerorts fehlen, was den Umgang mit der Pandemie zusätzlich erschwere. Darüber hinaus kämen Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Familie sowie zunehmende Einsamkeit, Langeweile und die Angst um den Abschluss der eigenen Ausbildung oder des Studiums dazu. Besonders in Einrichtungen der Jugendhilfe würden sich die Folgen der Pandemie bemerkbar machen. So ginge das Bildungsniveau trotz vorhandener Bildungsabschlüsse zurück und die christlichen Kirchen könnten junge Menschen in den meisten Fällen nicht mehr erreichen. Den Jugendlichen fehlten wichtige Erfahrungen und Lebensereignisse der Jugendzeit, die nur begrenzt nachgeholt werden könnten. Jugendliche seien aktuell zudem anfälliger für radikales Gedankengut, da auch Orte der politischen Bildung fehlen würden, so die DBK. (rom)