Hochschulgremien bekennen sich zur Katholisch-Theologischen Fakultät

Uni Bonn bekräftigt Anspruch auf Priesterausbildung

Aktualisiert am 15.07.2022  –  Lesedauer: 

Wo werden die Priester im Erzbistum Köln in Zukunft ausgebildet? Die Universität Bonn bekräftigte nun ihren Anspruch, alleiniger Ausbildungsstandort zu sein. Eine "schleichende Verlagerung" an die Theologie-Hochschule in Köln lehne man ab.

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Im Streit um die vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki geförderte Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) hat die Universität Bonn ihren Anspruch bekräftigt, alleiniger Ausbildungsstandort für die Priester des Erzbistums Köln zu sein. "Es bedarf keines weiteren Studienstandortes für die Priesterausbildung", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung von Rektorat, Senat und Hochschulrat der Universität. "Alle direkten oder indirekten Versuche, das Konkordat auszuhöhlen, lehnen wir ab und sprechen uns gegen eine schleichende Verlagerung der Priesterausbildung an Institutionen wie die Kölner Hochschule für Katholische Theologie aus."

Angehende Priester können in der Erzdiözese an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn oder an der von Kardinal Woelki geförderten Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) studieren. Das Erzbistum hat die KHKT, deren Finanzierung ungeklärt ist, zum 1. März 2020 von den Steyler Missionaren übernommen und von Sankt Augustin nach Köln verlegt. Beobachter vermuten, dass Woelki mit der kirchlichen Hochschule eine konservativ profilierte Einrichtung neben der staatlichen Fakultät an der Uni Bonn aufbauen und auch die Priesterausbildung verstärkt dort ansiedeln will. Dass Bonn Ausbildungsstandort für Geistliche ist, ist im Konkordat, einem Vertrag zwischen dem Vatikan und dem Land Nordrhein-Westfalen, festgeschrieben.

Theologie "explizit bejaht und gewollt"

Die Universitätsgremien bekennen sich in ihrer Erklärung ausdrücklich zur Katholisch-Theologischen Fakultät. Das Studium für Theologen, verschiedene pastorale Dienste und Religionslehrer gehöre zum Selbstverständnis der Uni Bonn. Es werde als Studienangebot "explizit bejaht und gewollt".

Ähnlich hatten sich in den letzten Wochen bereits der Rektor der Universität Bonn, Michael Hoch, der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Jochen Sautermeister, und der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken geäußert. Der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, bezeichnete die KHKT zuletzt als "das Überflüssigste, was man an Hochschule in den letzten Jahren gründen konnte". (mal/KNA)