Kirche St. Felizitas ehrt Apostelin der Apostel auf Initiative der kfd

Dreizehnter Apostelleuchter für Maria von Magdala

Aktualisiert am 03.08.2022  –  Lesedauer: 

Lüdinghausen ‐ Traditionell gibt es zwölf Apostelleuchter in Kirchen – für jeden der von Jesus erwählten Jünger einen. In Lüdinghausen gibt es nun einen dreizehnten für Maria von Magdala – sie bekommt einen besonders prominenten Platz in St. Felizitas.

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In der Kirche St. Felizitas in Lüdinghausen (Bistum Münster) gibt es seit Kurzem einen dreizehnten Apostelleuchter für die heilige Maria von Magdala, die "Apostelin der Apostel". Wie das Münsteraner Online-Portal "Kirche und Leben" am Montag berichtete, wurde der neue Leuchter auf Initiative der regionalen Gruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) angebracht. Der Apostelleuchter befindet sich am Eingangsportal der Kirche, "weil Maria von Magdala die erste Apostelin war und ihr Einsatz ein Vorbild für viele Frauen ist, die in den Gemeinden die Türen zum Leben mit Christus öffnen", heißt es auf der Website der Gemeinde. Der Leuchter wurde bereits am Festtag der Heiligen am Freitag der vorvergangenen Woche in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.

Impressionen vom Festgottesdienst zur Einweihung des Apostelleuchters für Maria von Magdala
Bild: ©St. Felizitas Lüdinghausen

Der Apostelleuchter wurde mit einem Festgottesdienst in der Lüdinghausener Kirche St. Felizitas eingeweiht und durch den Pfarrer gesegnet.

In Anlehnung an das Johannesevangelium, in dem Maria von Magdala vom Auferstandenen den Auftrag erhält, den Jüngern von der Auferstehung zu berichten, stehen unter dem Leuchter die Worte "Er lebt!". Der Leuchter soll auch für viele Frauen stehen, die Jesus begleitet haben und seine Botschaft weitergetragen haben. Unter dem Leuchter erläutert eine Inschrift auf einer Tafel die Hintergründe: "Du standest am Ostertag den Engeln im Grab Rede und Antwort. Du sprachst klar und offen mit dem vermeintlichen Gärtner. Du sprachst mit dem Auferstandenen und verkündetest jenen, die das Zeichen des geöffneten und leeren Grabes nicht zu deuten wussten, das Osterevangelium."

Aufwertung durch Papst Franziskus

Die kfd-Gruppen in der Region Lüdinghausen feiern regelmäßig den Gedenktag von Maria von Magdala, der am 22. Juli begangen wird und 2016 von Papst Franziskus in den liturgischen Rang eines Festes erhoben wurde. Die "Apostelin der Apostel" ist damit seither liturgisch den anderen Aposteln gleichgestellt. In der Präfation für das Hochgebet am Festtag heißt es, dass Maria von Magdalena durch Christus selbst zur Apostelin gemacht worden sei, als er ihr nach der Auferstehung erschienen war.

Der Lüdinghauser Apostelinleuchter ist nicht die erste derartige Würdigung von Maria von Magdala in einer Kirche. Schon im vergangenen Februar wurde, ebenfalls auf Initiative einer kfd-Gruppe, in der Quakenbrücker Kirche St. Marien (Bistum Osnabrück) ein dreizehnter Leuchter für sie angebracht.

Traditionell werden in Kirchen zwölf Apostelleuchter angebracht. Sie markieren die Stelle, an denen bei der Kirchweihe die Wände der Kirche mit Chrisam gesalbt werden. Die Zwölfzahl weist dabei eigentlich nicht auf die Apostel hin, sondern darauf, dass die Kirche ein Abbild der heiligen Stadt Jerusalem ist, die in der Offenbarung des Johannes mit zwölf Toren beschrieben wird, die wie die Zwölfzahl der Apostel auf die zwölf Stämme Israels verweisen. (fxn)

3. August 2022, 15.40 Uhr: Ergänzt um Quakenbrück.

Maria von Magdala

Maria Magdalena, in den Evangelien "Maria von Magdala" genannt, ist eine der bedeutendsten Frauen im Neuen Testament. Sie wird im Lukasevangelium (Lk 8,2) an erster Stelle unter den Frauen genannt, die Jesus geheilt hatte und die ihn dann begleiteten. Als treueste Anhängerin Jesu sorgte sie für den Lebensunterhalt Jesu und der Jünger (Lk 8,3). Die kirchliche Tradition hat sie auch mit der Sünderin gleichgesetzt, die Jesus die Füße wusch (Lk 7, 36-50), und mit der Schwester der Marta und des Lazarus. Diese Zuschreibung ist jedoch nicht sicher. Im liturgischen Kalender geht aus der Vita hervor, dass es sich weder um die Schwester der Marta handele, noch um die fußwaschende Frau.

Dagegen wird klar in mehreren Evangelien berichtet, dass sie beim Kreuz Jesu stand, dass sie bei seinem Begräbnis dabei war und am Ostermorgen der Auferstandene ihr als Erstzeugin den Auftrag gab, den Jüngern die Osterbotschaft zu überbringen. Die Kirchenväter nannten sie deshalb "Apostelin der Apostel" (apostola apostolorum); in frühchristlichen Gemeinden hatte Maria von Magdala eine besondere Bedeutung. (luk)