Rund 125 Mitarbeiter der Kirche hatten sich öffentlich als queer geoutet

Doku über "#OutInChurch" erhält Katholischen Medienpreis

Aktualisiert am 16.08.2022  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Die Dokumentation "Wie Gott uns schuf – Coming-out in der Katholischen Kirche" war die meistgesehene Dokumentation in der ARD-Mediathek im ersten Quartal dieses Jahres. Jetzt erhält sie auch den diesjährigen Hauptpreis des Katholischen Medienpreises.

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Ein Film über die katholische Reforminitiative "#OutInChurch" wird mit dem diesjährigen Hauptpreis des Katholischen Medienpreises geehrt. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie "Fernsehen" für die Dokumentation "Wie Gott uns schuf – Coming-out in der Katholischen Kirche" des Autoren-Teams Hajo Seppelt, Katharina Kühn, Marc Rosenthal und Peter Wozny wird am 3. November überreicht, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Dienstag in Bonn mitteilte.

Für den im Januar in der ARD ausgestrahlten Film hatte das Autoren-Team im Auftrag von rbb, SWR und NDR über mehrere Jahre an dem Thema gearbeitet, wie es hieß. Im Rahmen der Initiative "#OutInChurch" hatten sich im Januar rund 125 Mitarbeiter und Mitglieder der katholischen Kirche öffentlich als queer geoutet, also etwa als homosexuell oder transgender. Sie forderten unter anderem eine Überarbeitung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen der Kirche, damit zum Beispiel in einer homosexuellen Partnerschaft lebende Beschäftigte keine Kündigung fürchten müssten. Der Film "Wie Gott uns schuf" war die meistgesehene Dokumentation in der Mediathek der ARD im ersten Quartal dieses Jahres. Die Reforminitiative "#OutInChurch" wurde zudem kürzlich mit dem Ehren-Pride-Award des Vereins "Hamburg Pride e. V." geehrt.

Weitere Preisträger

Die jeweils mit 2.500 Euro dotierten Preise in den Kategorien "Radio" und "Print" gehen an Britta Rotsch für den im April im Deutschlandfunk ausgestrahlten Beitrag "Der rosa Elefant im Klassenraum – Machtmissbrauch in der Schule" sowie Tobias Scharnagl für den im Juni in der "Zeit" erschienenen Beitrag "Mein Zuhause ist Deutschland, trotz allem". Den undotierten Sonderpreis der Jury erhält Anja Krug-Metzinger für die im Mai auf arte ausgestrahlte Dokumentation "Menschenaffen – Eine Geschichte von Gefühl und Geist". In der Kategorie "Internet" wurde kein Preis vergeben.

Die Preisverleihung findet den Angaben zufolge im Rahmen des Katholischen Medienkongresses am 3. November im LVR-LandesMuseum Bonn statt. Verleihen wird die Auszeichnungen der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Die DBK schreibt den Preis gemeinsam mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten und dem Katholischen Medienverband aus. In diesem Jahr seien demnach insgesamt 173 Bewerbungen eingereicht worden, im vergangenen Jahr seien es 214 gewesen. (tmg/KNA)