Nach über 120 Jahren – Erzbischof Koch: "Sie werden hier fehlen"

Letzte Arenberger Dominikanerinnen verlassen Berlin

Aktualisiert am 18.08.2022  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ In Berlin geht eine Ära zu Ende: Nach mehr als 120 Jahren verlassen die letzten Arenberger Dominikanerinnen die Hauptstadt. "Sie werden in Berlin fehlen", rief ihnen Erzbischof Heiner Koch im Abschiedsgottesdienst zu.

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Nach mehr als 100 Jahren caritativer Tätigkeit in Berlin-Hermsdorf verlassen die letzten Arenberger Dominikanerinnen die Caritas-Klinik Dominikus Berlin-Reinickendorf und kehren in ihr Mutterhaus nach Koblenz zurück. Am Mittwoch wurden die verbliebenen vier Schwestern im Alter von 75 bis 86 Jahren im Rahmen eines Gottesdienstes offiziell verabschiedet. Erzbischof Heiner Koch würdigte das Engagement der Ordensschwestern und betonte: "Sie werden in Berlin fehlen."

Fehlender Nachwuchs

Mit der Rückkehr der Ordensschwestern in ihr Mutterhaus geht der Einsatz des Ordens in Berlin nach über einem Jahrhundert zu Ende. Grund sei der fehlende Nachwuchs an jüngeren Ordensschwestern, teilte die Caritas Gesundheit Berlin gGmbH mit. Nach dem Gottesdienst wurde auf dem Friedhof der bereits verstorbenen Schwestern gedacht.

1898 kamen den Angaben zufolge die ersten Ordensschwestern nach Berlin-Hermsdorf. Sie wirkten unter anderem in der Kinderbetreuung, Krankenpflege und Seelsorge. Die Klinik Dominikus wurde von den Ordensschwestern gegründet und viele Jahre geführt. 2010 übernahm die Caritas die Trägerschaft. Bis zuletzt hätten die Dominikanerinnen mit ihrer Arbeit im Krankenhaus den Standort Berlin-Hermsdorf geprägt, hieß es. In den vergangenen Jahren habe vor allem die Seelsorge für die Patienten und die Gestaltung von Andachten und Gottesdiensten zu ihren Aufgaben gehört.

Der Orden der Arenberger Dominikanerinnen wurde 1868 von Cherubine Willimann (1842-1914) in Koblenz gegründet. Die Tochter eines Schweizer Landwirtes trat 1865 dem Dominikanerinnenorden St. Peter am Bach in Schwyz bei und bekam mit dem neu erbauten Arenberger Kloster bei Koblenz die Chance für die Gründung einer Gemeinschaft in Deutschland. Insgesamt umfasst der Orden derzeit nach eigenen Angaben etwa 80 Schwestern. Missionarisch wirkt der Orden unter anderem in Bolivien. Dort helfen die Schwestern laut Homepage beispielsweise in Krankenstationen, Kindergärten und Grundschulen. (tmg/epd)