Krankheit sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden

Katholische Kindertagesstätten begrüßen Bestand der Masernimpfpflicht

Aktualisiert am 19.08.2022  –  Lesedauer: 

Freiburg ‐ Die Masernimpfpflicht bleibt, das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Gut so, sagen die katholischen Kindertageseinrichtungen. Die Krankheit dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es gibt allerdings Fallstricke.

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Der Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) hat die weitere Gültigkeit der Masernimpfpflicht begrüßt. "Masern sind eine hochansteckende Virus-Infektionskrankheit, die keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden sollte", sagte Geschäftsführer Paul Nowicki am Freitag gegenüber katholisch.de. Das Masernschutzgesetz gilt seit März 2020, seine Gültigkeit hatte das Bundesverfassungsgericht am Donnerstag bestätigt.

Bislang werde die Masernimpfpflicht gut angenommen, so Nowicki weiter. Dies habe vielleicht auch mit "der Sensibilisierung durch die Corona-Pandemie" zu tun. "Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es doch in vielen Einrichtungen, einzelne Fälle gibt, bei den Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen möchten oder Mitarbeitende eine Impfung verweigern." Welche Auswirkungen diese Falle haben werden, sei jedoch noch nicht abzusehen, da bis zum 31. Juli dieses Jahres eine Übergangsfrist galt.

Mehrbelastung für Leitungen

Nowicki weist auf zwei Fallstricke hin: Zum einen sei es für Einrichtungsleitungen eine Mehrbelastung, den Impfstatus von Kindern sowie Mitarbeitenden zu kontrollieren. Zum anderen sei es wegen des hohen Stellenwerts vorschulischer Bildung und Erziehung geboten, trotz Impfpflicht "im Zweifelsfall für Kinder den Besuch der Kita zu ermöglichen".

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Donnerstag entschieden, dass die Masernimpfpflicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Damit hatte es eine Verfassungsbeschwerde von vier Familien zurückgewiesen. Diese hatten bemängelt, die Regelung bedeute einen unzulässigen Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Richter gaben dagegen an, dieser Eingriff sei verhältnismäßig und zumutbar, um besonders gefährdete Menschen vor einer Infektion zu schützen. Seit März 2020 dürfen Kindertagesstätten nur noch geimpfte und genesene Kinder aufnehmen, das gleiche gilt für Tagesmütter. Für Kinder, die schon in den Einrichtungen waren, konnten Eltern bis Ende Juli dieses Jahres entsprechende Nachweise beibringen. (cph)