Vatikanische Bedenken gegenüber Reformbemühungen in Deutschland

Nuntius Eterovic erinnert deutsche Bischöfe an Einheit mit dem Papst

Aktualisiert am 27.09.2022  –  Lesedauer: 

Fulda ‐ Neue amtliche Strukturen oder Lehren könnten nur in Abstimmung mit der Universalkirche eingeführt werden, so Nuntius Nikola Eterovic an die deutschen Bischöfe. Er wirbt für eine "Einheit der Glieder des ganzen Episkopates mit dem Bischof von Rom".

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Papstbotschafter Nikola Eterovic hat sich mit einem Grußwort an die Teilnehmer der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda gewandt. Darin brachte er erneut die Bedenken von Papst und Vatikan gegenüber den Reformbemühungen in Deutschland zum Ausdruck. So könnten neue amtliche Strukturen oder Lehren nur in Abstimmung mit der Universalkirche eingeführt werden. In diesem Sinne wirbt der Apostolische Nuntius für eine "Einheit der Glieder des ganzen Episkopates mit dem Bischof von Rom". Zudem warnte der Erzbischof davor, "unangemessenen Druck" auszuüben, um angestrebte Ziele zu erreichen.

Weiter wandte sich Eterovic beim Thema Synodalität gegen einen "Parlamentarismus" in der Kirche und betonte den Wert geheimer Abstimmungen. "Die geheime Abstimmung ist übrigens eine der Methoden der Kirche, die seit Jahrhunderten bei wichtigen Abstimmungen, bei Wahlen der Oberen in vielen Orden und Kongregationen, bis hin zur Papstwahl im Konklave geübt wird", so der Nuntius. Eine hohe Zustimmung zu Beschlussvorlagen einer geheimen Abstimmung hänge von der "Tiefe" des vorherigen Dialogs ab und von der Bereitschaft, Änderungen in Textvorlagen anzunehmen. Bei der vierten Synodalversammlung des Synodalen Wegs war über zahlreiche Texte namentlich abgestimmt worden.

Der DBK-Vorsitzende, Limburgs Bischof Georg Bätzing, hatte zuvor eine Unterstützung von Papst Franziskus für den Synodalen Weg reklamiert. "Der Papst selber ist doch ein großer Reformer, insofern ist es keine gute Wahrnehmung zu sagen, er ist ein Gegner des Synodalen Weges", so Bätzing. Franziskus habe zwar kritische Anmerkungen gemacht, ob die Themen Evangelisierung und Mission genug verortet seien. "Wir sagen aber, wir müssen erst einmal die Strukturen so bauen, dass Menschen das Evangelium überhaupt nochmal annehmen können." (tmg/KNA)