Aktuelle Lage sei ein "Dritter Weltkrieg"

Papst: Ukraine-Besuch war bislang nicht "Gottes Wille"

Aktualisiert am 28.09.2022  –  Lesedauer: 

Nur-Sultan/Rom ‐ Bei seiner Kasachstan-Reise sprach der Papst mit Jesuiten über einen Besuch in der Ukraine: Er habe den Eindruck, dass dies gerade nicht Gottes Wille sei, so Franziskus. Außerdem äußerte er sich zu seiner Unterstützung bei einem Gefangenenaustausch.

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Eine Reise in die Ukraine hat sich für Papst Franziskus bislang nicht ergeben. "Ich hatte vor, dorthin zu gehen. Ich habe den Eindruck, dass es nicht Gottes Wille ist, gerade jetzt zu gehen; aber das werden wir später sehen", sagte der Papst in einem von "La Stampa" am Mittwoch vorab veröffentlichten Ausschnitt seines Gesprächs mit Jesuiten auf seiner Kasachstan-Reise vor zwei Wochen. Die Jesuitenzeitschrift "La Civilta Cattolica" veröffentlicht das gesamte Gespräch am Donnerstag in Rom.

Rund um die Kasachstan-Reise vom 13. bis 15. September war erneut spekuliert worden, ob der Papst einen kurzfristig anberaumten Ukraine-Besuch davor oder danach unternimmt. Immer wieder hat der 85-Jährige bereits erklärt, dass er gerne in das Kriegsgebiet reisen würde. Mehrfach hat er Kardinäle in die Region entsandt.

"Nein, das ist ein Weltkrieg"

In dem Gespräch mit den Jesuiten berichtete er auch, dass er um Unterstützung bei einem Gefangenenaustausch von mehr als 300 Menschen gebeten worden sei. "Ich habe sofort den russischen Botschafter angerufen, um zu fragen, ob man etwas tun kann, ob ein Gefangenenaustausch beschleunigt werden kann", erzählte der Papst den 19 Jesuiten in der Nuntiatur in Nur-Sultan.

Die aktuelle Lage bezeichnete er erneut als "Dritten Weltkrieg". "Wir befinden uns in einem Krieg, und ich denke, es ist ein Fehler zu glauben, dass dies ein Cowboy-Film ist, in dem es gute und böse Jungs gibt", so der Papst. Es sei ein Irrtum zu glauben, dass es sich um einen Krieg zwischen Russland und der Ukraine handele. "Nein, das ist ein Weltkrieg", sagte das Kirchenoberhaupt, der selbst Jesuit ist. (KNA)