Religionspolitische Sprecherin ruft zu Reformen in der Kirche auf

FDP-Politikerin fordert "klare Kante" gegen blockierende Bischöfe

Aktualisiert am 29.09.2022  –  Lesedauer: 

Berlin/Fulda ‐ Die FDP-Religionspolitikerin Sandra Bubendorfer-Licht ruft die deutschen Bischöfe nachdrücklich zu Reformen in der katholischen Kirche auf. Reformorientierte Bischöfe sollten "klare Kante" gegen die Bischöfe zeigen, die lediglich blockieren wollten.

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Die religionspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Sandra Bubendorfer-Licht, hat Bischof Georg Bätzing als Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und den neuen Missbrauchsbeauftragten Bischof Helmut Dieser dazu aufgefordert, auch gegen Widerstände von anderen Bischöfen Reformen in der katholischen Kirche durchzusetzen. "Sie müssen mobilisieren, zusammenführen und auch klare Kante zeigen gegen die Bischöfe, die lediglich blockieren wollen", erklärte Bubendorfer-Licht am Donnerstag in Berlin. Eine fortschrittliche und zukunftsgewandte Kirche müsse als Ziel über den Ansichten und Interpretationen von Einzelpersonen stehen. Zugleich müsse um jeden Preis vermieden werden, dass die Kluft zwischen Reformern und Zweiflern bei den Bischöfen größer werde. Bubendorfer-Licht äußerte sich mit Blick auf die Herbst-Vollversammlung der Bischöfe in Fulda.

"Der Weg der Reformen darf nicht verlassen werden, wenn die katholische Kirche nicht noch den letzten Funken Glaubwürdigkeit und Einsicht verspielen möchte", mahnte die FDP-Politikerin. Es sei deshalb ein gutes Signal, dass mit Bischof Dieser künftig ein Reformer das Amt des Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs im Bereich der DBK ausüben werde. Dieser war am Mittwoch als neuer Beauftragter vorgestellt worden. Er folgt in dem Amt auf den Trierer Bischof Stephan Ackermann, der die Rolle zwölf Jahre ausgefüllt hatte. Dieser betonte, der Handlungsbedarf der katholischen Kirche beim Thema sexueller Missbrauch und Gewalt sei nach wie vor sehr groß. Vieles sei in den vergangenen zwölf Jahren erreicht worden, aber es bleibe noch viel zu tun. Für die veränderten Anforderungen und Erwartungen müsse eine angemessene Struktur geschaffen werden. (stz)