Mit Gott zu innerem Frieden

Was Selbstfindung mit dem Advent zu tun hat

Aktualisiert am 28.11.2022  –  Lesedauer: 
Spiritea

Bonn ‐ Der Advent als Monat der Selbstfindung? Das klingt bei all dem Stress, denn man im Dezember hat, irgendwie schwierig. Dabei kann gerade diese Zeit des Wartens und des Ankommens genutzt werden, um sich klar zu machen: Du bist für Gott genug.

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Advent und Selbstfindung? Das klingt auf den ersten Blick wie ein unüberbrückbarer Gegensatz. Der Advent ist meistens vollgepackt mit Weihnachtsfeiern, Einkaufstouren und Weihnachtsmarktbesuchen. Vielleicht ist man im Advent so busy wie in keinem anderen Monat. Dabei ist der Advent eigentlich eine Zeit zweier ganz anderer Zustände: des Wartens und des Ankommens. Wir warten auf Jesus Christus und wissen zugleich, dass er schon bei uns ist. Vielleicht sollten wir das als Anlass nehmen, den diesjährigen Advent anders zu verbringen und all die Termine, die uns eigentlich nur nerven, einfach mal abzusagen. Belohnt werden wir dann möglicherweise mit einem viel größeren Geschenk – dem Ankommen in uns selbst.

Selbstfindung stellt man sich am Anfang vielleicht ganz schön gruselig vor. Ohne die ganzen Ablenkungen und den Stress ist man mit sich und seinen Gedanken allein, man wird auf sich selbst zurückgeworfen. Das ist aber nur halb so schlimm, wenn wir uns bewusstwerden, dass wir uns immer auf eines verlassen können: Gott liebt uns, wie wir sind. Sich selbst zu begegnen, ist wie in einem dunklen, alten Haus in den Keller zu laufen. Die meisten haben sogar Angst davor. Aber man kann auch tolle, vergessene Schätze entdecken.

Du bist genug

Unser Herz ist ziemlich vollgestellt mit allem Möglichen. Dabei ist auch viel Negatives: Probleme, Sorgen, Hass und Neid. Oft schämen wir uns für diese Gefühle. Dabei ist ein erster Schritt, all das zu akzeptieren, was man nicht ändern kann. Gott wird an Weihnachten so klein, dass er sogar in einen Futtertrog passt. Dann passt er auch in dein vollgestelltes Herz. Ein Teil der Weihnachtsbotschaft ist schließlich auch, dass Gott für uns alle Mensch geworden ist. Du reichst – mit all deinen Fehlern, Gott nörgelt nicht an dir herum.

Bild: ©Alexander - swtock.adobe.com (Symbolbild)

Den Advent bewusst erleben.

Wenn wir erkannt haben, wer wir sind, und alle toxischen Gedanken uns selbst gegenüber abgelegt haben (du musst dich ändern, du bist nicht genug …), gilt es das zu verändern, das uns davon abhält, ganz bei uns zu bleiben und in uns zu ruhen. Denn der Advent ist auch immer ein Neuanfang.

Bist du dir selbst treu?

Frag dich darum selbst: Was ist dir wichtig? Handelst du nach deinen eigenen Einstellungen, Glaubenssätzen und Gefühlen? Was hält dich davon ab, dies zu tun? Vielleicht hast du in deiner Umgebung Menschen, denen du glaubst, es rechtmachen zu müssen? Oder du tust Dinge, weil die Gesellschaft sie von dir erwartet? Hör einfach auf damit. Und ja, das ist so einfach, wie es klingt. Du wirst merken, dass sich dein Umfeld, wenn du dir immer selbst treu bleibst, von selbst verändert. Du gewinnst Freunde, die dir wirklich guttun. Vielleicht verlierst du auch Menschen. Manchmal ist es besser für beide Seiten, Menschen ziehen zu lassen. Dein Umfeld erwartet mit der Zeit nicht mehr Dinge von dir, die gar nicht zu dir passen. Wenn du dir erlaubst, du selbst zu sein, wird sich alles andere fügen.

Selbstfindung ist dabei – auch wenn es vielleicht zunächst danach klingt – etwas ganz anderes als Egoismus. Im Gegenteil, wenn du ganz bei dir bleibst, kannst du andere leichter akzeptieren, die bei sich bleiben. Die Kraft, die du gebraucht hast, gegen dich selbst zu kämpfen, kannst du nun nutzen, anderen Menschen zu helfen. Wenn du deine eigene Welt gerettet hast, rettest du die anderer ganz automatisch.

Von Meike Kohlhoff