Hans-Peter Fischer bekleidete Amt zwölf Jahre

Rektor des deutschen Friedhofs am Vatikan verabschiedet

Aktualisiert am 08.12.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Der "Campo Santo Teutonico" ist ein Unikum unter Roms historischen Orten. Der Rektor des einmaligen Gebildes, das einen Friedhof, ein geistliches und ein akademisches Zentrum beherbergt, wurde nun verabschiedet.

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Mit einem Gottesdienst ist am Donnerstag der langjährige Rektor des "Campo Santo Teutonico" am Vatikan verabschiedet worden. Hans-Peter Fischer (61) bekleidete das Amt genau zwölf Jahre. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Der Augsburger Bischof Bertram Meier würdigte Fischer für seine Verdienste angesichts anspruchsvoller Aufgaben, für die es "Kraft zum Ausgleich und zur Vermittlung brauche". Meier, der Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für den Campo Santo ist, betonte, dass es Fischer gelungen sei, "vieles unter einen Hut zu bringen". Zudem habe er sich mit vielen darum gekümmert "für den Glauben der Kirche Brücken zu schlagen in verschiedene Bereiche: Erzbruderschaft, Kollegsgemeinschaft, Görres-Gesellschaft, Wallfahrer aus der Heimat und für Deutsch-Römer, die hier eine geistliche Tankstelle suchen".

In einem nach dem Gottesdienst verlesenen Brief dankte der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing dem scheidenden Rektor. Er habe die Aufgabe "ausgefüllt, neu geformt und für eine gedeihliche Zukunft des Campo Santo ausgerichtet". Fischer selbst betonte die Bedeutung des Campo Santo als Ort deutschsprachiger Geschichte sowie des wissenschaftlichen Austauschs.

Friedhof seit dem 8. Jahrhundert

Seit dem späten 8. Jahrhundert gibt es innerhalb der Vatikanmauern nahe beim Petersdom einen Friedhof, auf dem vor allem Pilger deutscher oder niederländischer Sprache bestattet wurden – den Campo Santo Teutonico. Papst Leo IV. schenkte das Gelände im Jahr 800 Karl dem Großen anlässlich der Kaiserkrönung in Rom. Ursprünglich als Pilgerhospiz gegründet, umfasst der Campo Santo heute neben einem Friedhof und einer Kirche ein Theologenkolleg sowie den Sitz des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft.

Getragen wird die Einrichtung von der 1454 gegründeten "Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes". Ihr gehören rund 100 Mitglieder an, die aus dem deutschen Sprach- und Kulturraum stammen, in Rom wohnen und in der katholischen Kirche aktiv sind. Im Kolleg "Collegio Teutonico" wohnen Priester und andere Akademiker, die sich in Rom auf ihre Promotion vorbereiten oder an der vatikanischen Kurie tätig sind.

In Fischers Amtszeit wurde die Sanierung der in die Jahre gekommenen und von Wasserschäden bedrohten Bausubstanz des Campo Santo Teutonico angestoßen. 2021 bewilligte der Deutsche Bundestag 16 Millionen Euro für die geplanten Renovierungsarbeiten. Seither ist – auf Wunsch der Regierung in Berlin – auch die Deutsche Bischofskonferenz an dem komplizierten Vorhaben beteiligt. Ferner beanspruchen vatikanische Stellen ein Mitspracherecht. (KNA)