Die Skyline von Berlin, links der Reichstag, rechts der Fernsehtumr, im Vordergrund die Spree.
Reformkritiker im Erzbistum Berlin bekräftigen Forderungen

Synode gefordert

Erzbistum Berlin - Die Kritiker der laufenden Reform des Erzbistums Berlin haben sich erneut zu Wort gemeldet. In einem Schreiben an Generalvikar Tobias Przytarski halten sie an ihren Forderungen fest. So solle es anstelle der Zusammenlegung von Kirchengemeinden zu Großpfarreien auch Pfarreiengemeinschaften geben können. Zudem dürften Sonntagsgottesdienste ohne Priester nicht nur in Ausnahmefällen erlaubt werden. Überdies sei ein "synodaler Vorgang" erforderlich.

Berlin - 25.06.2014

Kardinal Rainer Maria Woelki leitete die Reform Ende 2012 unter dem Motto "Wo Glauben Raum gewinnt" ein. Geplant ist, die derzeit 105 Kirchengemeinden in Berlin, Brandenburg und Vorpommern bis 2020 zu rund 30 Großpfarreien zusammenzulegen. Dabei soll die Gemeinden eine weitgehende Eigenständigkeit behalten und über eigene Mittel verfügen. Sie sollen sich mit kirchlichen Sozial- und Bildungseinrichtungen eng vernetzen und gemeinsam für den christlichen Glauben eintreten.

Petition an Woelki übergeben

Kritik an dem Konzept kommt von einer "Initiativgruppe" vor allem Berliner Katholiken. Ihr Sprecher ist der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer. Im Erzbistum schlossen sich bei einer Unterschriftensammlung mehr als 2.800 Unterstützer ihren Forderungen an. Ende Januar übergab die Gruppe die " Petition " an Kardinal Rainer Maria Woelki. Er versprach, die Einwände im Steuerkreis der Reform zu prüfen.

Anfang Juni kam es zu einem Treffen der Gruppe mit Przytarski, der den Steuerkreis leitet. Er informierte anschließend alle Unterzeichner der Petition brieflich über das Ergebnis. In ihrem neuen Schreiben bescheinigen die Kritiker dem Generalvikar ein "sachorientiertes Gespräch". Dieses habe jedoch "Sorgen nicht ausgeräumt, sondern eher verstärkt".

Funktion der "Ortsausschüsse" unklar

So treten die Kritiker weiter für einen "synodalen Vorgang" ein. Die bislang 150 Veranstaltungen des Erzbistums zu der Reform könnten ihn nicht ersetzen, "weil sie über ein vorgegebenes Modell informieren und nur in diesem Rahmen Unklarheiten beseitigen sollen".

Gegen die Großpfarreien führen die Kritiker an, dass damit "etwa 140 funktionierende Wahlgremien demontiert und damit mindestens 600 bis 700 aktive und gewählte Mitglieder verabschiedet" würden. Die Funktion der angekündigten "Ortsausschüsse" sei unklar, sie seien allenfalls ein "dem zentralen Pfarrgemeinderat untergeordnetes Gremium".

Eucharistiefeier an wechselnden Orten

Zudem wenden sich die Kritiker dagegen, dass in Gemeinden ohne eigene Sonntagsmesse nur ausnahmsweise ein Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung möglich sein und die zentrale Eucharistiefeier eines pastoralen Raumes an wechselnden Orten stattfinden solle. "Viele ältere Menschen und viele junge Familien mit kleinen Kindern werden sich darauf nicht einlassen und können das oft auch gar nicht", heißt es zur Begründung. Das Wichtigste für den Zusammenhalt einer Gemeinde sei "die regelmäßige Erfahrung sonntäglicher Gemeinsamkeit im Gottesdienst am gleichen Ort und zur gleichen Zeit". (KNA)

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Wie das Erzbistum Berlin, so stehen auch andere deutsche Bistümer vor grundlegenden strukturellen Veränderungen. Katholisch.de hat nachgefragt: