Der Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina.
Kardinal Puljic kritisiert Berichterstattung über umstrittenen Wallfahrtsort

"Wirbel um Medjugorje überdeckt Papstbotschaften"

Bosnien-Herzegowina - Dem bosnischen Kardinal Vinko Puljic zufolge konzentrieren sich Medien zu sehr auf den umstrittenen Wallfahrtsort Medjugorje. Es gebe größere Probleme im Land, sagt er. Und auch der Papst habe schon seine Meinung zu den "Sehern" deutlich gemacht.

Zagreb - 01.07.2015

Zu Medjugorje stellte er klar, dass die Glaubenskongregation ihre Entscheidung noch nicht getroffen habe. Sie müsse erst "das Material durcharbeiten", das die Medjugorje-Kommission unter Leitung von Kardinal Camillo Ruini abgeliefert habe. Puljic ist eines der Mitglieder dieser Kommission. Der bosnische Kardinal erinnerte daran, dass sich Franziskus zuletzt gegen "mediale Seher-Shows" ausgesprochen habe. Die Seher sollten nicht so tun, als könnten sie ankündigen, "wie und wann sich Maria an einem bestimmten Ort äußern wird", fasste Puljic eine jüngste Predigt des Papstes zusammen.

In Medjugorje soll es seit dem 24. Juni 1981 zu Marienerscheinungen gekommen sein. Sechs Kinder berichteten damals, die Gottesmutter habe sich ihnen gezeigt, während sie Schafe hüteten. Die Erscheinungen dauern nach Angaben der inzwischen erwachsenen "Seherinnen" und "Seher" weiter an. Jedes Jahr zieht der Ort eine große Zahl von Pilgern an. Papst Franziskus will sich nach Aussagen seines Sprechers Federico Lombardi "nach dem Sommer" in der Angelegenheit äußern. (KNA)