Kirchen und Moscheen in Jerusalem
Budgetkürzungen setzten Lehreinrichtungen unter Druck

Christliche Schulen gefährdet

Israel - Das Erziehungsministerium hat den christlichen Schulen in Israel die Mittel gekürzt. Das zuständige Generalsekretariat sieht darin eine Ungerechtigkeit - und fordert, genauso wie öffentliche und jüdisch-religiöse Schulen unterstützt zu werden.

Jerusalem - 10.08.2015

Das Generalsekretariat forderte laut Bericht, christliche Schulen im gleichen Maße zu unterstützen wie öffentliche und jüdisch-religiöse Schulen. Schüler an christlichen Schulen erhielten demnach nur 34 Prozent der Unterstützung, die Schüler an öffentlichen Schulen erhielten. Den Angaben zufolge soll es Ende des Monats zu einem Treffen zwischen Schulvertretern und dem Ministerium kommen. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten die Schulen zum Beginn des neuen Schuljahres im September ihren Betrieb nicht aufnehmen, so das Generalsekretariat.

Bereits im Mai hatten Schüler, Lehrer und Kirchenvertreter vor dem israelischen Bildungsministerium gegen die Budgetkürzungen demonstriert und ein Ende der Diskriminierung christlicher Schulen gefordert. Diese stünden durch die Mittelkürzungen vor einem immensen Defizit, das die Existenz der Schulen gefährde, so der katholische Jerusalemer Weihbischof William Schomali. Betroffen sind den Angaben zufolge 47 Schulen mit rund 30.000 Schülern. "Die christlichen Schulen haben unsere Gesellschaft verbessert und unsere Kultur geprägt, wir schulden ihnen diese Unterstützung", sagte der arabische Parlamentsabgeordnete Ayman Odeh anlässlich der Proteste im Frühjahr. (KNA)