Pilgerstäbe mit Jakobsmuscheln
Bild: © KNA
Fahndungserfolg nach fünf Monaten: Spanische Polizei verhaftet 39-jährigen Tatverdächtigen

Jakobspilgerin aus USA in Spanien getötet

Wallfahrt - Gut fünf Monate nach dem Verschwinden einer aus den USA stammenden Pilgerin auf dem Jakobsweg ist in Spanien ein Mann festgenommen worden. Der 39-Jährige hat gestanden, die Frau getötet zu haben, wie das Innenministerium am Samstag mitteilte.

Madrid - 13.09.2015

Der Mann war den Angaben zufolge am Freitagabend in der Provinz León im Nordwesten des Landes verhaftet worden. Der Täter habe die Polizei auch an den Ort geführt, an dem die Leiche in einer Finca vergraben gewesen sei.

Der Fall hatte Spanien monatelang in Atem gehalten und auch in den USA für Aufsehen gesorgt. Auf einen Vorschlag von US-Senator und Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain, die US-Bundespolizei in die Ermittlungen einzubeziehen, war die Regierung in Madrid nicht eingegangen. Nach der Ergreifung des mutmaßlichen Täters teilte Ministerpräsident Mariano Rajoy McCain in einem Brief mit, die spanischen Behörden würden "unermüdlich weiterarbeiten, um dieses schreckliche Verbrechen bis in die letzten Details aufzuklären".

Familie des Opfers dankt spanischen Behörden

Die Familie des Opfers, die eine Facebook-Seite für die Suche nach der Frau eingerichtet und sowohl Rajoy als auch US-Präsident Barack Obama um Hilfe gebeten hatte, bedankte sich am Sonntag bei den Behörden in Spanien für die "Mühe" bei den Ermittlungen. In Madrid hieß es, die stark verweste Leiche müsse noch zweifelsfrei identifiziert werden.

Die Frau aus Phoenix im US-Staat Arizona war Anfang April auf dem Jakobsweg spurlos verschwunden. Das letzte Lebenszeichen der 41-Jährigen, eine E-Mail an eine Freundin am 5. April, stammte aus der Gemeinde Astorga. Dort lebte auch der nun gefasste Mann. Die Behörden waren auf ihn aufmerksam geworden, weil der in ärmlichen Verhältnissen lebende Mann vor einigen Tagen in einer Bank 1.000 US-Dollar auf einmal getauscht hatte. (stz/dpa)

Linktipp: Vermisst auf dem Jakobsweg

Es ist der Horror eines jeden Pilgers: Seit Anfang April wird die nordamerikanische Pilgerin Denise Thiem vermisst. Sie wollte den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela gehen. Ihr Fall ist jedoch nicht der einzige in der Geschichte des berühmten Pilgerwegs.