Menschenrechtlerin sieht christliche Schulen in der Türkei in Gefahr

Vor einer unsicheren Zukunft

Aktualisiert am 06.10.2015  –  Lesedauer: 
Türkei

Ankara/Vatikanstadt ‐ In der Türkei stehen viele Minderheitenschulen offenbar vor einer unsicheren Zukunft. Die gegenwärtige Gesetzeslage führe dazu, dass einige Schulen in der Trägerschaft von Minderheiten wie Christen möglicherweise geschlossen werden müssten.

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Kaya vertritt eine Interessengruppe für Minderheitenrechte. Besonders gefährdet sind ihrer Einschätzung nach Schulen in griechisch-orthodoxer Trägerschaft. Kaya forderte laut Fides neue gesetzliche Rahmenbedingungen und eine staatliche Unterstützung der Minderheitenschulen. Gleichzeitig müsse die Vorschrift abgeschafft werden, dass die Schüler die türkische Staatsbürgerschaft haben müssen.

Der türkische Staat erkennt im Rahmen des Friedensvertrags von Lausanne von 1923 nur die griechisch-orthodoxe Kirche, die Armenier und das Judentum als religiöse Minderheiten an und räumt ihnen das Recht auf eigene Schulen ein. Andere angestammte Minderheiten, etwa die aramäischen Christen, dürfen keine eigenen Schulen haben. Nach Angaben von Fides erhielten im vergangenen Schuljahr 55 Schulen christlicher Stiftungen staatliche Zuschüsse, darunter 36 armenische Schulen, 18 griechisch-orthodoxe Schulen und ein syrisch-orthodoxer Kindergarten. (KNA)