"Schockierend und sinnlos"
Weltweite Trauer nach dem Amoklauf in Newtown

"Schockierend und sinnlos"

Mit Trauer und Entsetzen haben Menschen in aller Welt auf den Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown reagiert. Papst Benedikt XVI. zeigte sich in einer ersten Reaktion bestürzt über das Schulmassaker. Der Papst verspüre große Trauer angesichts des schockierenden und sinnlosen Ereignisses, zitierte die US-Diözese Bridgeport am Samstag aus einem Telegramm des Kirchenoberhaupts.

Bonn/Newtown - 16.12.2012

"Ich bitte zu Gott unserem Vater, dass er alle Trauernden tröstet und die Gemeinschaft mit seinem Geist stärkt. Gewalt lässt sich besiegen durch die Kraft des Vergebens, der Hoffnung und der Liebe", so der Papst wörtlich.

Am Sonntag äußerte sich Benedikt XVI. nach seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz noch einmal zu dem Amoklauf. Er bekundete seine tiefe Trauer über die Gewalttat und sagte weiter: "Ich versichere die Familien der Opfer, vor allem diejenigen, die ein Kind verloren haben, meiner Verbundenheit im Gebet. Möge der Gott des Trostes ihre Herzen berühren und ihre Schmerzen erleichtern."

26 Tote an einer Grundschule

Am Freitag hatte ein 20-jähriger Amokläufer um kurz nach 9.30 Uhr an der Schule im US-Bundesstaat Connecticut 20 Schüler und 6 Lehrkräfte getötet und sich anschließend das Leben genommen. Vor dem Massaker hatte er offenbar in einem Wohnhaus seine Mutter getötet. Die Namen der Opfer aus der Schule wurden am Samstag von den Behörden bekannt gegeben; ebenso wurden weitere Informationen über den Tathergang gegeben.

Menschen gedenken der Opfer des Amoklaufs an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown.

Menschen gedenken der Opfer des Amoklaufs an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach den Angehörigen der Opfer des Amoklaufs ihr "tiefes Mitgefühl" aus. In einer in Berlin veröffentlichten Mitteilung erklärte die Kanzlerin: "Die Nachrichten aus Newtown machen mich tieftraurig. Wieder einmal stehen wir voller Entsetzen vor einer Tat, die wir nicht begreifen können". Kurz vor Weihnachten habe die Bluttat "unbeschreibliches Leid über viele Familien gebracht". Der Gedanke an die ermordeten Schüler und Lehrer "macht mir das Herz schwer. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen, ihnen wünsche ich Kraft und Zuspruch, mögen sie in ihrem Schmerz nicht alleine bleiben."

Obama: Unsere Herzen sind zerbrochen

US-Präsident Barack Obama forderte unmittelbar nach dem Amoklauf in einer emotionalen Erklärung Konsequenzen. "Unsere Herzen sind zerbrochen. Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien erlebt", so Obama, der betonte, dass er nicht als Präsident, sondern als Vater von zwei Töchtern auf die Nachrichten aus Newtown reagiere. "Egal, ob eine Grundschule in Newtown, ein Einkaufszentrum in Oregon, ein Tempel in Wisconsin, ein Kino in Aurora oder eine Straßenecke von Chicago: Es geht um unser Nachbarschaft, es geht um unsere Kinder", sagte Obama mit Tränen in den Augen.

Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp rief gegenüber dem Bistumssender domradio.de zum Gebet für die Opfer und Angehörigen der Katastrophe auf. Auch er sei angesichts des Verbrechens "fassungslos", sagte Schwaderlapp. Er verstehe, dass sich in Situationen wie dieser die Frage stelle, wie Gott das alles zulassen könne. Der Weihbischof betonte jedoch: "Mit Gott wird es erträglich." Gott könne Menschen, die Leid erfahren hätten, auffangen. (stz/KNA)