Jemenitische Juden heimlich nach Israel gebracht

"Ende einer historischen Mission"

Aktualisiert am 21.03.2016  –  Lesedauer: 
Weltreligionen

Tel Aviv  ‐ Es gab einen Anstieg antisemitischer Übergriffe und noch dazu herrscht Krieg: Vor diesem Hintergrund sind in einer geheimen Aktion einige der letzten Juden aus dem Jemen nach Israel gebracht worden. Die Maßnahme war Teil einer mehrere Jahre andauernden Operation.

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Als Hintergrund wurden ein Anstieg antisemitischer Übergriffe sowie der Krieg in dem Land südlich von Saudi-Arabien genannt.

500 Jahre alte Tora-Rolle

Unter den Neuankömmlingen sei eine fünfköpfige Familie aus Sanaa. Der Vater des Familienoberhaupts sei 2012 bei einer antisemitischen Attacke getötet worden. Aus der Stadt Raida kamen den Angaben zufolge 14 Menschen, darunter der Rabbiner der Gemeinde. Er habe eine Tora-Rolle mitgebracht, die vermutlich älter als 500 Jahre sei.

Nathan Scharanski, Leiter der Jewish Agency, sprach vom "Ende einer historischen Mission". In der Operation Fliegender Teppich hatte Israel in den Jahren 1949 und 1950 knapp 50 000 Juden aus dem Jemen nach Israel gebracht.

Hilfe aus den USA

Nach Medienberichten half das US-Außenministerium bei der jüngsten Geheimaktion. Rund 50 Juden sind nach Angaben der Jewish Agency noch im Jemen geblieben, davon 40 in der Hauptstadt Sanaa. Sie lebten dort in einer geschlossenen Anlage neben der US-Botschaft und würden von jemenitischen Behörden geschützt, hieß es in der Mitteilung. Israel unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit dem Jemen, der als feindliches Land gilt. (dpa)

Papst verurteilt Ermordung von Ordensfrauen

Mutmaßliche Dschihadisten haben im Jemen Anfang März ein von den Mutter-Teresa-Schwestern betriebenes Seniorenheim angegriffen und insgesamt 16 Menschen ermordet, darunter auch vier Ordensfrauen. Papst Franziskus ruft nun in einem Telegramm zum Gewaltverzicht auf.