Schachfigur
Michaela Pilters über die Osterbotschaft der Hoffnung

Notwendiger denn je

Standpunkt - Michaela Pilters über die Osterbotschaft der Hoffnung

Von Michaela Pilters |  Bonn - 29.03.2016

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Eigentlich feiern wir Christen es jeden Sonntag im Gottesdienst: Christus ist auferstanden. Es gibt einen, der den Tod überwunden hat. Aber an den Ostertagen rückt diese Überzeugung in besonderer Weise in den Blick, als Grundlage für alles, was unseren Glauben ausmacht. "Wär er nicht erstanden, wär die Welt vergangen", heißt es in einem der ältesten Kirchenlieder.

Der Untergang der Welt als Erfahrung der Perspektivlosigkeit, des Grauens, des Terrors und der emotionalen Kälte steht uns direkt vor Augen, wenn wir die Nachrichten verfolgen. Man könnte mutlos werden, und die Frage, wie es denn weitergehen kann angesichts der unzähligen gesellschaftlichen Probleme, drängt sich auf.

In dieser Situation ist die Botschaft von Ostern notwendiger denn je. Es geht nicht darum, naiv die Augen zu verschließen vor allem Unglück und aller Ungerechtigkeit, sondern um eine Hoffnung, die zum Handeln motiviert und die dem Leid ein trotziges Dennoch entgegensetzt. "Die Osterbotschaft kann durch nichts und niemand weggebombt werden", sagte der Freiburger Erzbischof Stefan Burger in seiner Osteransprache. Diese Botschaft nehme Christen in die Pflicht, dem menschlichen Elend abzuhelfen, ob bei uns oder in den Krisengebieten dieser Erde. Auch die anderen Bischöfe, katholisch oder evangelisch, haben in ihren Osterpredigten diesen Aspekt betont. "Als Kirche dürfen wir nicht die Hoffnungslosigkeit der Welt verdoppeln, sondern sollen Zeugen der Hoffnung werden", forderte zum Beispiel der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Sich einzumischen in den gesellschaftlichen Diskurs auf der Basis der christlichen Hoffnung, das ist die Botschaft von Ostern. Selten war das in den Osterpredigten so deutlich wie in diesem Jahr. Und das ist gut so. Jetzt gilt es, diese Mahnung wachzuhalten und umzusetzen, jeden Sonntag und an den Tagen dazwischen.

Die Autorin

Michaela Pilters ist Leiterin der ZDF-Redaktion "Kirche und Leben".

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.

Von Michaela Pilters