Der DFB-Pokal vor dem Finale 2013 in Berlin zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart.
Kirchen feiern ökumenischen Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale

Respekt (er)leben

Sport - Unter dem Motto "Respekt (er)leben" haben die beiden großen christlichen Kirchen am Samstagmittag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Anlass für den Gottesdienst war das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart am Samstagabend im Berliner Olympiastadion.

Berlin - 01.06.2013

In seiner Predigt sprach der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, über Respekt und Egoismus: "Respekt ist das Gegenteil von einem bedenkenlosen Egoismus. Respekt bindet das eigene Glück an die Wertschätzung der Mitmenschen." Dies gelte auch für den sportlichen Wettstreit, denn eine respektvolle Lebenshaltung verbiete es nicht, siegen zu wollen und sich am Sieg zu erfreuen.

"Eine respektvolle Lebenshaltung verbietet es aber durchaus, Gegner bewusst zu verletzen, mit faulen Tricks die Regeln der Fairness auszuhebeln oder Schiedsrichter, Ordnungskräfte und Fans einer gegnerischen Mannschaft zu schmähen oder gar anzugreifen", so Schneider wörtlich. Der Ratsvorsitzende empfahl stattdessen das Vorbild Jesu. Dieser inspiriere zu einem neuen Verhalten, das durch "gegenseitigen Respekt" bestimmt und geprägt sei.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Gefahr heimtückischer Fouls

Der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters, der in der Deutschen Bischofskonferenz für den Sport zuständig ist, verwies in einer Einführung auf das Schöpfungshandeln Gottes, das jedem menschlichen Tun vorausgehe. Weil der Mensch Gottes Geschöpf sei, solidarisiere sich Gott mit ihm und nehme an seinem Tun Anteil. Gott gehe dabei sogar das Risiko ein, "selbst böse und heimtückisch gefoult zu werden", so der katholische Sportbischof.

Ein Besinnen auf das von Gott geschenkte "Ja", die Freude am Menschen und seinem Spiel könne eine Haltung des Danks gegenüber Gott und des Respekts gegenüber den Mitmenschen ermöglichen, betonte Peters. Der Weihbischof erinnerte auch an all jene, die zum Gelingen DFB-Pokalfinales beitrügen: Spieler, Schiedsrichter, Fans, Polizisten oder Sanitäter. "Ohne sie ist ein solches Ereignis nicht möglich", so die beiden Kirchenvertreter.

Vertreter von DFB und Vereinen beim Gottesdienst

An dem Gottesdienst wirkten unter anderem DFB-Vizepräsident Rainer Koch, die FIFA-Schiedsrichter Peter Gagelmann und Thorsten Kinhöfer sowie Vertreter des VfB Stuttgart und von Bayern München mit. (stz)