Der Würzburger Weihbischof Ulrich Boom im Porträt
Ulrich Boom: Was haben wir aus den Weltkriegen gelernt?

Weihbischof warnt vor neuem Nationalismus

Bistum Würzburg - In Würzburg haben rund 300 Aussiedler und Vertriebene einen Kiliani-Wallfahrtsgottesdienst gefeiert. Weihbischof Ulrich Boom rief dabei zur Wachsamkeit gegenüber den Gefahren des Nationalismus auf.

Würzburg - 10.07.2016

Der Grund für diese Katastrophen seien ein Aufbrechen des nationalen Denkens gewesen, neue Bündnisse und eine Situation, die den einzelnen Nationen nicht mehr gerecht geworden sei. "Das müsste uns wach sein lassen für das, was momentan geschieht", so der Weihbischof.

Die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan hätten sich darin geübt, Christus nachzufolgen, ihn in der Fremde und im Fremden zu finden. "Sie ließen sich auf Ungewohntes und Neues ein – das heißt es, in die Zukunft zu gehen," sagte Boom. Bei ihrer Ankunft in Franken seien sie wohl kaum verstanden worden und hätten auch die Franken nicht verstanden. "Weil sie eine andere Sprache sprachen. Aber sie konnten offensichtlich die Sprache des Herzens."

Gläubige mit Trachten ihrer Herkunftsregionen in der Kirche

Boom erinnerte an das Heilige Jahr zum Thema Barmherzigkeit, das von Papst Franziskus bewusst ausgerufen worden sei. Er habe den Menschen ans Herz gelegt, barmherzig wie der Vater zu sein. "Gott ist der Vater aller Menschen, wer und wie sie auch immer sind. Das haben wir in die Welt zu tragen", betonte der Weihbischof, der auch der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Heilige Jahr ist.

Trachtengruppen und Fahnenabordnungen der Landsmannschaften sorgten für ein farbenfrohes Bild in der Neumünsterkirche. Zur Gabenbereitung trugen die Heimatvertriebenen und Aussiedler große Kerzen mit den Wappen und den Namen ihrer alten und der neuen Heimat Franken zum Altar. Weihbischof Boom entzündete die Kerzen, die dann während der Eucharistiefeier neben dem Altar brannten. (luk/KNA)