Die Bibel

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe
© 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten.

4
1 Siehe, schön bist du, meine Freundin, / siehe, du bist schön.
Hinter dem Schleier / deine Augen wie Tauben.
Dein Haar gleicht einer Herde von Ziegen, / die herabzieht von Gileads Bergen.
 
2 Deine Zähne sind wie eine Herde / frisch geschorener Schafe, / die aus der Schwemme steigen,
die alle Zwillinge haben, der Jungen beraubt ist keines von ihnen.
 
3 Wie ein purpurrotes Band sind deine Lippen / und dein Mund ist reizend.
Dem Riss eines Granatapfels gleicht deine Wange / hinter deinem Schleier.
 
4 Wie der Turm Davids ist dein Hals, / in Schichten von Steinen erbaut;
tausend Schilde hängen daran, / lauter Waffen von Helden.
 
5 Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, / die Zwillinge einer Gazelle, / die unter Lilien weiden. 
6 Wenn der Tag verweht und die Schatten fliehen, / will ich zum Myrrhenberg gehen, / zum Weihrauchhügel. 
7 Alles an dir ist schön, meine Freundin, / kein Makel haftet dir an. 
8 Mit mir vom Libanon, Braut, / mit mir kommst du vom Libanon,
vom Gipfel des Amana steigst du herab, / vom Gipfel des Senir und des Hermon,
von den Lagern der Löwen, / von den Bergen der Panther.
 
9 Verzaubert hast du mich, / meine Schwester Braut;
verzaubert mit einem Blick deiner Augen, / mit einer Perle deiner Halskette.
 
10 Wie schön ist deine Liebe, / meine Schwester Braut,
wie viel süßer ist deine Liebe als Wein, / der Duft deiner Salben köstlicher als alle Balsamdüfte.
 
11 Honigseim tropft von deinen Lippen, Braut, / Honig und Milch sind unter deiner Zunge.
Der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon.
 
12 Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, / ein verschlossener Born, / ein versiegelter Quell. 
13 An deinen Wasserrinnen - / ein Granatapfelhain mit köstlichen Früchten, / Hennadolden samt Nardenblüten, 
14 Narde, Krokus, Gewürzrohr und Zimt, / alle Weihrauchbäume,
Myrrhe und Aloe, / allerbester Balsam.
 
15 Die Quelle des Gartens bist du, / ein Brunnen lebendigen Wassers, / das vom Libanon fließt. 
16 Nordwind, erwache! Südwind, herbei! / Durchweht meinen Garten, / lasst strömen die Balsamdüfte!
Mein Geliebter komme in seinen Garten / und esse von seinen köstlichen Früchten!