Tatiana von Rom

Bei der Kalenderreform des Zweiten Vatikanischen Konzils zog Tatiana (3. Jhd.) den Kürzeren: Weil ihre Leidensgeschichte zu sehr den Erzählungen der beiden römischen Märtyrerinnen Prisca und Martina ähnelt, sei Tatianas Historizität zweifelhaft und ihr Gedenktag daher zu streichen. Der Legende nach soll Tatianas Vater ein erfolgreicher römischer Konsul gewesen sein, der seinen christlichen Glauben heimlich lebte und seine Tochter bekehrte. Im Zuge der Christenverfolgung sei Tatiana angeklagt und zu dem Kaiser in einem paganen Tempel geführt worden. Nachdem sie dort durch ihr Gebet die aufgestellten Götzenbilder einstürzen ließ, habe sie grausame Folter erleiden müssen und sei schließlich gemeinsam mit ihrem Vater hingerichtet worden. Während heute in ihrer römischen Heimatstadt keine einzige Kirche mehr an sie erinnert, gehört sie zu den beliebtesten Heiligen Russlands. Seit 1755 an ihrem Gedenktag der Erlass für die erste russische Universität unterschrieben wurde, gilt sie als Patronin der russischen Studierenden. Tatianas Gedenktag wird an Universitäten in Russland festlich mit Konzerten und Ausstellungen begangen.

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Gebet des Tages

Unser Herr Jesus Christus hat gesagt:

"Nicht Gesunde brauchen den Arzt,
sondern Kranke.
Nicht Gerechte zu rufen bin ich gekommen,
sondern die Sünder."

Darum beten wir:
Barmherziger Gott.
Zu Unrecht halten wir uns oft für gut
und glauben, gerecht vor dir zu sein.

Wecke uns aus unserer falschen Sicherheit,
befreie uns von unserer Selbstgerechtigkeit
und heile uns durch Jesus Christus,
den Arzt der Kranken, den Heiland der Sünder.

(aus dem Tagesgebet)

1 Joh 5, 14-21

Lesung aus dem ersten Johannesbrief

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir haben Gott gegenüber die Zuversicht, dass er uns hört, wenn wir etwas erbitten, das seinem Willen entspricht. Wenn wir wissen, dass er uns bei allem hört, was wir erbitten, dann wissen wir auch, dass er unsere Bitten schon erfüllt hat.

Wer sieht, dass sein Bruder eine Sünde begeht, die nicht zum Tod führt, soll (für ihn) bitten; und Gott wird ihm Leben geben, allen, deren Sünde nicht zum Tod führt. Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt. Von ihr spreche ich nicht, wenn ich sage, dass er bitten soll.

Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt. Wir wissen: Wer von Gott stammt, sündigt nicht, sondern der von Gott Gezeugte bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an.

Wir wissen: Wir sind aus Gott, aber die ganze Welt steht unter der Macht des Bösen. Wir wissen aber: Der Sohn Gottes ist gekommen, und er hat uns Einsicht geschenkt, damit wir (Gott) den Wahren erkennen. Und wir sind in diesem Wahren, in seinem Sohn Jesus Christus. Er ist der wahre Gott und das ewige Leben. Meine Kinder, hütet euch vor den Götzen!

 

 

Joh 3, 22-30

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern nach Judäa. Dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte. Aber auch Johannes taufte damals, und zwar in Änon bei Salim, weil dort viel Wasser war; und die Leute kamen und ließen sich taufen.

Johannes war nämlich noch nicht ins Gefängnis geworfen worden. Da kam es zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden zum Streit über die Frage der Reinigung.

Sie gingen zu Johannes und sagten zu ihm: Rabbi, der Mann, der auf der anderen Seite des Jordan bei dir war und für den du Zeugnis abgelegt hast, der tauft jetzt, und alle laufen zu ihm. Johannes antwortete: Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.

Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der ihm vorausgeht. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihn hört, freut sich über die Stimme des Bräutigams. Diese Freude ist nun für mich Wirklichkeit geworden. Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.