Sophia von Rom

Wer heute in einer Schulklasse nach „Sophia“ (deutsch „Weisheit“) ruft, bei dem werden sich häufig gleich mehrere Mädchen melden – und auch im Heiligenkalender führte dieser Name zu einigen Verwechslungen. Über Sophia von Rom (gest. um 304), die heutige Tagesheilige, ist nur wenig bekannt. Sie war eine Christin, die während der Diokletianischen Verfolgung für ihren Glauben starb. Im Mittelalter wurde sie teilweise mit der gleichnamigen Sophia von Mailand (2. Jahrhundert) vermischt. Als die Kreuzfahrer im Osten auf viele orthodoxe Sophienkirchen (z.B. die berühmte Hagia Sophia im heutigen Istanbul) stießen, glaubten sie fälschlicherweise, all diese Kirchen seien Sophia von Rom geweiht. Dabei bezeichnet „Sophia“ im orthodoxen Kulturraum die Göttliche Weisheit und keine konkrete Person. Sophia von Rom konnte sich zumindest als eine der Eisheiligen durchsetzen. Für ihren Namenstag entwickelten sich zahlreiche Bauernregeln: „Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bevor Sophie vorüber ist.“

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Gebet des Tages

Gütiger Gott,
du bist das Leben der Gläubigen,
der Reichtum der Armen,
die Freude der Auserwählten.

Wir sehnen uns nach deinen Verheißungen.
Stärke unsere Hoffnung
und schenke uns überreiche Erfüllung.

(aus dem Tagesgebet)

Apg 12, 24 - 13, 5

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen wuchs das Wort des Herrn und breitete sich aus. Nachdem Barnabas und Saulus in Jerusalem ihre Aufgabe erfüllt hatten, kehrten sie zurück; Johannes mit dem Beinamen Markus nahmen sie mit.

In der Gemeinde von Antiochia gab es Propheten und Lehrer: Barnabas und Simeon, genannt Niger, Luzius von Zyrene, Manaën, ein Jugendgefährte des Tetrarchen Herodes, und Saulus. Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie mir berufen habe.

Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen. Vom Heiligen Geist ausgesandt, zogen sie nach Seleuzia hinab und segelten von da nach Zypern. Als sie in Salamis angekommen waren, verkündeten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden. Johannes hatten sie als Helfer bei sich.

Joh 12, 44-50

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.

Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.