Antonia Mesina

Viel zu oft ist es auch heute noch gefährlich, jung, arm und weiblich zu sein – und auf Antonia Mesina (1919-1935) trafen gleich alle drei dieser Merkmale zu. Sie wurde 1919 als zweites von zehn Kindern auf Sardinien geboren und wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Um ihrer herzkranken Mutter zu helfen, verließ Antonia nach nur vier Jahren die Schule. Sie führte den Haushalt und kümmerte sich um ihre jüngeren Geschwister. Zwischen Kochen und Putzen fand das tiefgläubige Mädchen noch Zeit, um sich ab 1929  in der Laienbewegung „Katholische Aktion“ zu engagieren. Hier half Antonia selbstlos anderen Bedürftigen und erhielt religiösen Unterricht. Der 17. Mai 1935 begann wie jeder andere Tag: Die damals Fünfzehnjährige nahm an der Morgenmesse teil und ging danach in den Wald, um Holz zu sammeln. Ein Jugendlicher lauerte Antonia auf, griff sie von hinten an und wollte sie vergewaltigen. Weil sie sich mit ganzer Kraft zur Wehr setzte, schlug der Angreifer mit einem Stein brutal auf sie ein. Antonia starb an ihren schweren Verletzungen. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1987 selig.

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Gebet des Tages

Gott wohnt in einem Lichte, dem keiner nahen kann.
Von seinem Angesichte trennt uns der Sünde Bann.
Unsterblich und gewaltig ist unser Gott allein,
will König tausendfaltig, Herr aller Herren sein.

Und doch bleibt er nicht ferne, ist jedem von uns nah.
Ob er gleich Mond und Sterne und Sonnen werden sah,
mag er dich doch nicht missen in der Geschöpfe Schar,
will stündlich von dir wissen und zählt dir Tag und Jahr.

Auch deines Hauptes Haare sind wohl von ihm gezählt.
Er bleibt der Wunderbare, dem kein Geringstes fehlt.
Den keine Meere fassen und keiner Berge Grat,
hat selbst sein Reich verlassen, ist dir als Mensch genaht.

Jochen Klepper, 1938

Apg 13, 26-33

Lesung aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen, als Paulus nach Antiochia in Pisidien gekommen war, sagte er in der Synagoge: Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.

Denn die Einwohner von Jerusalem und ihre Führer haben Jesus nicht erkannt, aber sie haben die Worte der Propheten, die an jedem Sabbat vorgelesen werden, erfüllt und haben ihn verurteilt. Obwohl sie nichts fanden, wofür er den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung.

Als sie alles vollbracht hatten, was in der Schrift über ihn gesagt ist, nahmen sie ihn vom Kreuzesholz und legten ihn ins Grab. Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt, und er ist viele Tage hindurch denen erschienen, die mit ihm zusammen von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren und die jetzt vor dem Volk seine Zeugen sind.

So verkünden wir euch das Evangelium: Gott hat die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, an uns, ihren Kindern, erfüllt, indem er Jesus auferweckt hat, wie es schon im zweiten Psalm heißt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.

Joh 14, 1-6

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.

Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.