Teresa von Avila

Der päpstliche Nuntius Felix Sega soll Teresa von Avila (1515-1582) verächtlich ein "herumvagabundierendes Weib" genannt haben – im Spanien des 16. Jahrhunderts war es unvorteilhaft, eine Frau zu sein. Teresa wurde 1515 in Avila geboren, entstammte einer Familie zwangskonvertierter Juden und verlor mit 13 Jahren ihre Mutter. Die jugendliche Teresa liebte Ritterromane, war ausgesprochen schön und bei Freunden beliebt. Nach der Hochzeit ihrer Halbschwester schickte der Vater Teresa zur Erziehung in ein Kloster, welches sie aus gesundheitlichen Gründen jedoch bald wieder verlassen musste. Lange suchte sie nach ihrem Lebensweg und trat mit 20 Jahren – für damalige Maßstäbe sehr spät – gegen den Willen ihres Vaters in den Karmel ihrer Heimatstadt ein. Es war vor allem die Angst vor der Unterdrückung in der Ehe und den Qualen der Hölle, die Teresa zu diesem Schritt drängte. Erst nach fast 20 Ordensjahren, einer schweren religiösen Krise und einer beinahe tödlichen Krankheit erhielt Teresa eine erneuerte Sicht auf den Glauben. Teresa sprach von ihrer "Zweiten Bekehrung". Nicht Leistung und Strafe, sondern Barmherzigkeit und Liebe wurden zu den Grundpfeilern ihrer Spiritualität. Gemeinsam mit Johannes vom Kreuz gründete sie zwei Männerklöster und 16 Frauenklöster in Spanien. Berühmt wurde Teresa durch ihre geistlichen Schriften, in denen sie auch von ihren mystischen Erfahrungen spricht – misstrauisch beäugt von der spanischen Inquisition. Sie starb am 4. Oktober 1582 und wurde einen Tag später (aufgrund der Gregorianischen Kalenderreform einem 15. Oktober) beigesetzt. Papst Paul VI. erklärte sie 1970 zur ersten weiblichen Kirchenlehrerin.

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Gebet des Tages

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.

Alles geht vorbei,
Gott allein bleibt derselbe.

Die Geduld erreicht alles.
Wer Gott hat, dem fehlt nichts:
Gott allein genügt.

(Theresia von Avila)

Röm 1, 16-25

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer

Schwestern und Brüder!

Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen. Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie es in der Schrift heißt: Der aus Glauben Gerechte wird leben.

Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart.

Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.

Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.

Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren. Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen.

Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten. Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.

Lk 11, 37-41

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.

Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.