Johannes vom Kreuz

"Mystiker" und "Kirchenlehrer" – das klingt nach Ruhm, Erfolg und Ehre. Johannes vom Kreuz (1542-1591) erfuhr in seinem Leben jedoch vor allem Verrat und Verachtung. Er wuchs als Halbwaise in ärmlichen Verhältnissen auf, galt als schlechter Schüler und versuchte mehrfach erfolglos, ein Handwerk zu erlernen. Schließlich arbeitete er als Pfleger in einem Armenkrankenhaus und besuchte nebenbei das örtliche Jesuitenkolleg, wo er die Poesie kennenlernte. Mit 21 Jahren schloss er sich dem Karmelitenorden an, studierte und wurde 1568 zum Priester geweiht. Enttäuscht von der "Laxheit" des Ordens dachte er über einen Wechsel zu den Kartäusern nach, bis er Teresa von Avila traf. Die Karmelitin konnte ihn zur Mithilfe bei ihrer Ordensreform gewinnen und es entstand eine lebenslange geistige Freundschaft. Der Widerstand gegen die Reform wurde so groß, dass die Inquisition Johannes 1577 in ein Gefängnis des Ordens brachte, wo er gedemütigt und gequält wurde. In der Haft erlebte Johannes seine eigentliche Gottesbegegnung, die zu tiefen mystischen Erfahrungen führte. Die so entstandenen Gedichte zählen zu den Besten, die in kastilischer Sprache geschrieben wurden. Erst nach neun Monaten gelang Johannes die Flucht. Im nun unabhängigen Reformorden kam es 1591 zu Richtungsstreitigkeiten, in denen Johannes die Reformen Teresa von Avilas verteidigte. Johannes verlor daraufhin alle Ämter. Das Kloster in Ubeda nahm den schwer erkrankten Ordensreformer zur Pflege auf, doch selbst hier erlitt Johannes Schmähungen durch den Prior. Er starb am 14. Dezember 1591.

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Gebet des Tages

Allmächtiger Gott,
lass deine Herrlichkeit
in unseren Herzen aufstrahlen
und nimm den Todesschatten der Sünde von uns,
damit wir bei der Ankunft deines Sohnes
als Kinder des Lichtes offenbar werden.

(aus dem Tagesgebet)

Sir 48, 1-4.9-11

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach

In jenen Tagen stand Elija auf, ein Prophet wie Feuer, seine Worte waren wie ein brennender Ofen. Er entzog ihnen ihren Vorrat an Brot, durch sein Eifern verringerte er ihre Zahl. Auf Gottes Wort hin verschloss er den Himmel, und dreimal ließ er Feuer herniederfallen. Wie Ehrfurcht gebietend warst du, Elija, wer dir gleichkommt, kann sich rühmen.

Du wurdest im Wirbelsturm nach oben entrückt, in Feuermassen himmelwärts. Von dir sagt die Schrift, du stehst bereit für die Endzeit, um den Zorn zu beschwichtigen, bevor er entbrennt, um den Söhnen das Herz der Väter zuzuwenden und Jakobs Stämme wieder aufzurichten. Wohl dem, der dich sieht und stirbt; denn auch er wird leben.

Mt 17, 9a.10-13

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

Während Jesus und seine Jünger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?

Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.