Gabriel von der schmerzhaften Muttergottes (Francesco Possenti)

Was ist echtes Glück? Die Frage, die den jungen Francesco (1838-1862) umtrieb, war nicht anders als die seiner Altersgenossen – seine Antwort schon. Er war ein sehr begabter Schüler, der mit Preisen ausgezeichnet wurde. Elegante Kleidung war dem Gouverneurssohn wichtig, er ging gerne jagen und stand noch lieber im Mittelpunkt. Alles schien ihm zuzufliegen – bis er an einer gefährlichen Halsentzündung erkrankte und nur knapp überlebte. Kurz darauf nahm sich sein Bruder Lorenzo das Leben und seine Lieblingsschwester Maria Luisa verstarb plötzlich an Cholera. Francesco dachte über einen Ordenseintritt nach, konnte sich aber nicht zu einer Entscheidung durchringen. Doch dann hatte er nach eigenen Angaben bei der Betrachtung eines Bildes der Schmerzensmutter (Beispiel siehe Bild) ein mystisches Erlebnis. In seinem Innern habe Maria zu ihm gesprochen: "Auf was wartest du? Folge deiner Berufung!" 1856 trat Francesco in den Orden der Passionisten ein, nahm den Ordensnamen "Gabriel von der schmerzhaften Muttergottes" an und begann ein Theologiestudium. Seine Mitbrüder schätzten seine große Demut und Frömmigkeit. Er starb am 27. Februar 1862 an Lungentuberkulose.

Zum Kalenderblatt gestern

Zum Kalenderblatt morgen

Gebet des Tages

Gottes Diener können
nur freie Geister sein.

Blinde Werkzeuge können
nach Gesetzen, die ihnen
sein Wille vorschreibt,
ihren Gang gehen, aber
sein Wille kann nicht
durch sie lebendig hindurchwirken.

So ist das Befreitsein
nur für freie Wesen möglich.

(Edith Stein)

Dtn 30, 15-20

Lesung aus dem Buch Deuteronomium

Mose sagte zum Volk: Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden, und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen.

Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst - heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen.

Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben.

 

 

Lk 9, 22-25

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?